Foto: Nordex

Blick über den Tellerrand

3 internationale Projekte zeigen neue Trends

Nordex gewinnt Projekte über insgesamt 108 MW in Griechenland. PNE stellt den erster Windpark in Schweden fertig und VSB setzt auf Solar in Tunesien.

Inhaltsverzeichnis

Nicole Weinhold

Diese drei Projekte sind richtungsweisend. Sie stehen für den offenen Blick der Planer auf neue Märkte. Wer vielseitig ist, hat gute Karten.

1. Griechenland als Zukunftsmarkt


Die Nordex Group hat neue Aufträge aus Griechenland gewonnen. Terna Energy SA macht es deutschen Planern vor. Sie hat 36 Anlagen unterschiedlicher Turbinentypen mit einer Kapazität von insgesamt 108 MW bestellt. Die gesamte installierte Windleistung von Terna beträgt derzeit 986 MW. Der Konzern verfügt über Kapazitäten von 561 MW in Griechenland, 293 MW in den USA und 132 MW in Südosteuropa. Das Unternehmen errichtet derzeit 301 MW in Griechenland und im Ausland. Insgesamt betreibt, baut oder plant das Unternehmen Windparks in der Größe von 1.287 MW in Europa und den USA.

2. Ideale Bedingungen in Schweden

Der deutsche Projektentwickler PNE AG hat das schwedische Windenergieprojekt Laxaskogen fertiggestellt. Der Windpark wurde von PNE entwickelt und 2017 an den privaten deutschen Investor Wirtgen Invest Energy GmbH verkauft. Der Windpark Laxaskogen im Süden Schwedens befindet sich in einem Waldgebiet, das aktiv von der modernen schwedischen Forstindustrie bewirtschaftet wird. Der Windpark aus sieben Anlagen der 3,6-Megawatt-Klasse kommt auf 25,2 MW Gesamtnennleistung. Die zur PNE-Gruppe gehörende WKN GmbH, die das Projekt im Rahmen einer Kooperation auch entwickelt hatte, zeichnete für den Bau des Windparks verantwortlich. Markus Lesser, Vorstandsvorsitzender der PNE AG: „Bei diesem Projekt gab es eine sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Investor. Die termingerechte Fertigstellung des Windparks Laxaskogen belegt erneut die hohe Qualität von PNE-Projekten. Weitere eigene Projekte befinden sich in Schweden derzeit in der Planung.“

3. Nicht nur Wind, sondern auch Solar

Der deutsche Projektentwickler VSB hat die Genehmigung zum Bau eines 10-MW-Solarparks in Tunesien erhalten. Ein langfristiger Stromliefervertrag wird dazu mit Steg geschlossen. Der Planer VSB, der vor allem auch mit Windparkprojekten bekannt ist, verstärkt nun also sein Engagement in der Planung von Solaranlagen. Überdies in einem gewaltigen Zukunftsmarkt, in Nordafrika.

Das tunesische Tochterunternehmen VSB Énergies Nouvelles hat die Ausschreibung für den Solarpark in Lassouda im Bezirk Sidi Bouzid in Zentraltunesien gewonnen. Damit gelingt es VSB erneut, sich im Ausschreibungsverfahren erfolgreich durchzusetzen. Stromabnehmer ist der staatliche Energieversorger Steg (Société tunisienne de l´léctricité et du gaz), der mit der VSB einen langfristigen Liefervertrag (Power purchase agreement – PPA) schließen wird.

Im Januar hatte VSB bereits den Zuschlag für einen 30-MW-Windpark in der Nähe von Tunis erhalten. Mit dem PV-Projekt ist der zweite große Erfolg für VSB in Tunesien besiegelt. „Der Markteintritt ist für VSB rundum geglückt“, freut sich Marko Lieske, Geschäftsführer der VSB Holding GmbH.

Die Energiepolitik Tunesiens sieht vor, den Ausbau an erneuerbaren Energien weiter voranzutreiben, um den Eigenbedarf des Landes zukünftig klimafreundlich zu decken. Bis 2030 soll die Stromerzeugung Tunesiens zu 30 Prozent aus erneuerbaren Energien gewonnen werden.

Kommentar

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