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Rekordjahr 2015

Offshore-Anteil an Windstrom über zehn Prozent

Dem Anschlussrekord folgt der Einspeiserekord: Offshore-Windparks haben 2015 rund 8,2 Terawattstunden (TWh) Strom eingespeist. Wie der Übertragungsnetzbetreiber Tennet mitteilt, entfielen davon 7,4 TWh auf die Nordsee, fast sechs Mal mehr als im Jahr 2014. 0,8 TWh steuerte die Ostsee bei. Damit macht der Offshore-Wind mehr als zehn Prozent der Gesamt-Windstromerzeugung in Deutschland von 77 TWh aus.

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 - Offshore-Windparks haben im vergangenen Jahr 8,2 Terawattstunden Strom eingespeist.
Offshore-Windparks haben im vergangenen Jahr 8,2 Terawattstunden Strom eingespeist.
Foto: TenneT TSO GmbH

Die installierte Kapazität der Offshore-Windparks in Deutschland lag Ende 2015 laut Statistik der Deutschen Windguard bei 3.294,9 Megawatt (MW), onshore waren es 41.651,5 MW. Der Anteil der Offshore-Windenergie an der installierten Gesamtleistung liegt also bei rund 7,3 Prozent und damit unter ihrem Anteil an der Stromerzeugung.

Die bislang höchste tatsächliche OWP-Gesamteinspeisungsleistung in der Nordsee betrug nach Angabe von Tennet 2.631 MW und wurde am Starkwindtag 11.11.2015 gemessen. Die mittleren Monatswerte der OWP-Einspeisungsleistungen haben sich nach Angaben des Netzbetreibers von 325 MW (Januar) auf bis zu 1.773 MW (Dezember) gesteigert.

Steigerung auf 4.300 MW Anbindungskapazität

„Im ersten Halbjahr 2015 haben wir unsere Offshore-Anbindungskapazitäten von 575 Megawatt auf 4.300 Megawatt stark gesteigert“, sagte Lex Hartman, Mitglied der Tennet Geschäftsführung. „Voraussetzung für eine weitere Steigerung der Übertragungsmengen und um das vorhandene Übertragungspotenzial zum Transport der Windenergie von See an Land besser zu nutzen, ist aber, dass sich die Kapazitäten der Offshore-Windparks bei ihrem weiteren Ausbau an die Übertragungskapazitäten von Tennet annähern“, betonte Hartman.

Der Erfolg beim Ausbau der erneuerbaren Energien vergrößere zunehmend die Herausforderungen an das Transportnetz, warnt der Netzbetreiber. „Der Offshore-Windstrom geht ins Leere, wenn der Ausbau des Stromnetzes an Land nicht Schritt hält mit dem Ausbau der Erneuerbaren“, so Hartman. „Der auf See erzeugte Strom muss dahin kommen, wo er gebraucht wird. Und das geht nur mit einem Stromnetz, das in der Lage ist, die stetig wachsenden Kapazitäten an erneuerbaren Energien auch zu transportieren.".

Verfügbarkeit von 93 Prozent

Die durchschnittliche Verfügbarkeit der Offshore-Anbindungen von Tennet erzielte im vergangenen Jahr 93 Prozent, so das Unternehmen. Gemessen an der theoretisch 2015 maximal übertragbar gewesenen Windenergiemenge in Höhe von 9,28 TWh (Nordsee, gemäß FINO), konnten durch geplante und ungeplante Abschaltungen von Netzanbindungen 0,65 TWh nicht von See an Land übertragen werden, teilte Tennet mit. Weitere 1,27 TWh hätten aufgrund von geplanten und ungeplanten Abschaltungen der Offshore-Windenergieanlagen nicht übertragen werden können.

Zwischen Januar und Juli 2015 hatte Tennet nach eigenen Angaben fünf neue Netzanschlusssysteme mit zusammengerechnet 3.700 MW Kapazität in der deutschen Nordsee fertiggestellt, die mittels Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung Energie von See an Land übertragen. Insgesamt seien damit inzwischen acht Anbindungssysteme von Tennet mit zusammen rund 4.300 MW Kapazität zur Übertragung von Offshore-Windenergie in Betrieb.

Tennet plant weitere 2.800 MW bis 2020

Tennet hat die Ausbauziele der Bundesregierung nach Unternehmensangaben somit bereits jetzt zu zwei Dritteln umgesetzt. Sie sehen 6.500 MW Offshore-Windkapazitäten bis 2020 vor.

Vier weitere Anbindungssysteme will Tennet bis Ende 2019 fertigstellen, sodass dann rund 7.100 MW an Übertragungskapazität in der Nordsee zur Verfügung stehen werden. (Katharina Wolf)