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15.08.2012

Dong Energy

Tiefer in die Deutsche Nordsee

Dong Energy will im deutschen Offshore-Windmarkt nach eigenen Angaben die führende Rolle einnehmen. Auf dem Weg dorthin ist der dänische Energiekonzern jetzt einen guten Schritt weitergekommen: Vom Windpark-Projektierer PNE Wind mit Sitz in Cuxhaven haben die Dänen die Meereswindpark-Projekte Gode Wind 1 bis 3 gekauft.

Burbo Bank Dong
 - Ab Mai 2013 will  Dong Energy mit Borkum Riffgrund 1 seinen ersten Meereswindpark in Deutschland bauen. Das Bild zeigt Dongs Windpark Burbo Bank in der Irischen See, in dem ebenfalls 3,6-MW-Turbinen von Siemens installiert sind.
Ab Mai 2013 will Dong Energy mit Borkum Riffgrund 1 seinen ersten Meereswindpark in Deutschland bauen. Das Bild zeigt Dongs Windpark Burbo Bank in der Irischen See, in dem ebenfalls 3,6-MW-Turbinen von Siemens installiert sind.
Foto: Dong Energy

Der Gesamtkaufpreis beträgt nach Auskunft der beiden Unternehmen 157 Millionen Euro. Eine erste Rate in Höhe von 57 Millionen Euro ist bereits geflossen: Die  restlichen 100 Millionen sollen folgen, sobald bestimmte Zwischenziele erreicht sind – unter anderem die von Dong Energy zu treffenden finalen Investitionsentscheidungen zum Bau der Meereswindparks. Während für Gode Wind 1 und 2 bereits Genehmigungen des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) vorliegen, befindet sich Gode Wind 3 derzeit im Genehmigungsverfahren. Mit einem erfolgreichen Abschluss wird für das kommende Jahr gerechnet. Alle drei Projektgebiete liegen rund 38 bis 40 Kilometer nordwestlich von Norderney in der deutschen Nordsee. Insgesamt sollen dort 900 Megawatt (MW) Leistung installiert werden.

2015 möglicher Baubeginn

Der Kauf sei auch deshalb so interessant für das Unternehmen, weil man – sobald die Investitionsentscheidung getroffen sei – schon 2015 mit dem Bau beginnen könne, sagte Carsten Krogsgaard Thomsen, Vorstandsvorsitzender von Dong Energy. Die unbedingte Netzanschlusszusage von Nordsee-Netzbetreiber Tennet für den ersten Bauabschnitt liege bereits vor. „Der Zeitpunkt passt hervorragend zu unserer bestehenden Projektpipeline“, so Thomsen. Mit einer eng getakteten Planung wolle man sicherstellen, dass der Ablauf der Bauprojekte reibungslos funktioniere. „Das wird auch helfen, die Kosten für Offshore-Wind künftig senken zu können.“

Von PNE Wind hatte der Energiekonzern bereits vor einiger Zeit die Rechte an den geplanten Meereswindparks Borkum Riffgrund 1 und 2 gekauft, die beide bereits vom BSH genehmigt sind. Darüber hinaus gehört seit Ende 2011 auch das von der Bremer Energiekontor AG erworbene Projekt Borkum Riffgrund West 1 zum Deutschland-Portfolio der Dänen. Am weitesten fortgeschritten sind die Planungen für den Park Borkum Riffgrund 1, in dem 77 3,6-MW-Turbinen von Siemens installiert werden sollen. Geplanter Baubeginn ist hier Mai 2013. Zwar sei auch Dong Energy von der viel diskutierten Netzanbindungsproblematik betroffen, berichtete Sprecherin Iris Franco Fratini auf Nachfrage von ERNEUERBARE ENERGIEN. Das neuerliche finanzielle Engagement in diesem Geschäftsfeld sei jedoch „ein Zeichen unseres Optimismus, dass sich die Problematik lösen lässt“.

Größtes Geschäft der Firmengeschichte für PNE Wind

Für das Projektierungsunternehmen PNE Wind ist der aktuelle Abschluss das größte Geschäft der Firmengeschichte. Über die nunmehr fünf an Dong Energy verkauften Projekte hinaus hatten die Cuxhavener im vorigen Jahr bereits die Rechte am Windpark Nautilus 2 an die SSP Technology Holding, eine Gesellschaft des Ventizz Capital Funds IV, veräußert. In Planung sind derzeit außerdem die Nordsee-Parks Nautilus 1, Jules Verne sowie Nemo. „Die Zahlungen aus dem Verkauf stärken die finanzielle Basis der PNE Wind AG entscheidend  und bilden so das Fundament für unsere weitere Projektentwicklung“, erklärte Vorstandsvorsitzender Martin Billhardt. Die EBIT-Prognose (Gewinn vor Zinsen und Steuern) von kumuliert 60 bis 72 Millionen Euro für die Geschäftsjahre 2011 bis 2013 werde somit bestätigt.

Im Rahmen der Transaktion hat PNE Wind mit Dong Energy auch vereinbart, den dänischen Energiekonzern in den kommenden fünf Jahren als Dienstleister bei der Realisierung der Projekte zu unterstützen. Zusätzlich zum vereinbarten Kaufpreis wird dies noch einmal Einnahmen von bis zu 8,5 Millionen Euro bringen.

(Anne-Katrin Wehrmann)