Foto: Stephan Rudolph-Kramer

Speicher

Bis 2040 sind 942 Gigawatt Akkuleistung installiert

Der Zubau von Batteriespeichern wird in den kommenden Jahren weiter Fahrt aufnehmen. 2040 können die weltweit installierten Speicher 2.857 Gigawattstunden Strom bunkern.

Die fallenden Batteriekosten sind der Beginn eines weiteren Booms für die Speicherbranche. In den nächsten gut 20 Jahren wird das Volumen die installierte Leistung von Batteriespeichern auf 942 Gigawatt steigen. Diese Akkus könnten dann 2.857 Gigawattstunden Strom zwischenlagern. Das ist das Ergebnis einer Marktanlyse von Bloomberg New Energy Finance (BNEF). „Die preiswerten Batterien sorgen dann dafür, dass Wind- und Solarenergie immer öfter auch dann zur Verfügung steht, wenn weder Wind weht noch die Sonne scheint“, betonen die Analysten.

Vor allem die großen Systeme werden preiswerter. Die amerikanischen Marktforscher prognostizieren, dass die Batteriekosten für Speicherkraftwerke, die mit Lithium-Ionen-Akkus ausgestattet sind, bis 2030 um weitere 52 Prozent sinken werden. Dieser Preisrückgang kommt zusätzlich zum bisher schon erreichten niedrigen Kostenniveau für Speicher in dieser Größenordnung. „Das wird die Geschäftsmodelle für Batterien sowohl für Autos als auch für den Elektrizitätssektor grundlegend umkrempeln“, sagt Yayoi Sekine, der als Analyst bei BNEF für den Speichersektor zuständig ist.

Offgrid-Anlagen treiben den Markt mit

Er ist auch Mitautor der neusten Marktstudie. „Seit unserer letzten Analyse des Marktes vor einem Jahr werden wir immer optimistischer, was die Entwicklung des Speicherzubaus angeht“, erklärt er. Er begründet diesen Optimismus damit, dass sich die Kosten für Speicher schneller nach unten entwickelt haben als die Analysten noch vor Jahresfrist angenommen haben. Dadurch steigt die Nachfrage, die vor allem von der Elektromobilität aber auch von der Elektrifizierung netzferner Regionen getrieben ist.

In Zukunft werden vor allem die großen Speicherkraftwerke den Markt der stationären Anwendungen dominieren. Mitte der 2030 Jahre wird der Zubau solcher Systeme den bisherigen Markttreiber der privaten Heimspeicher überflügeln, ist sich Logan Goldie-Scot sicher. Er ist Leiter der Speichersparte bei BNEF. „Wir sehen das Wachstum von Energiespeichern bis zu einem Punkt, an dem sie sieben Prozent der insgesamt installierten Kraftwerksleistung weltweit erreichen“, sagt Goldie-Scot.

Erst Südkorea, dann die USA und am Ende China

Als vielversprechende Märkte sehen die Analysten vor allem China, die USA, Indien, Japan, Deutschland, Frankreich, Australien, Südkorea und Großbritannien. In diesen neun Ländern werden 2040 zwei Drittel der gesamten Stromspeicher installiert sein. Kurzfristig wird vor allem Südkorea den Markt dominieren. In wenigen Jahren werden aber die USA die Position des Marktführers übernehmen. Sie werden aber Mitte der 2020er Jahre von China abgelöst. Das Reich der Mitte wird dann den Zubau bis 2040 dominieren.

Die Projektierer und Anbieter sollten aber auch Afrika im Blick behalten. Die Analysten sehen dort ein schnelles Wachstum, auch wenn die Märkte in den einzelnen Ländern kleiner sind als die der führenden neun Staaten. Hier ist es vor allem die Ergänzung von Dieselgeneratoren um Photovoltaik-Speicher-Kombinationen, die den Zubau antreiben. „Die Stromversorger gewinnen immer mehr die Erkenntnis, dass sich mit dem Aufbau von Kombinationen aus Solar, Diesel und Speicher preiswerter verstreute Siedlungen an die Stromversorgung anbinden lassen als mit einem Anschluss ans Netz oder solche Inselnetze allein mit fossilen Generatoren zu betreiben“, schreiben die Analysten in ihrem Bericht.

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