Foto: Construction Redavia/Thenergy

Solar-Diesel-Hybridanlagen

Der Preiskampf im Offgridsegment hat begonnen

Die Entwickler von Offgridprojekten kommen in die nächste Marktphase. Hier geht es nicht mehr darum, dass die Technologie funktioniert, sondern dass sie das auch preiswert tut.

Der Markt für Solar- und Wind-Hybridanlagen zur Versorgung von Bergbauunternehmen in Afrika geht in die nächste Phase. Bisher ging es darum, dass die Branche gezeigt hat, dass es technisch funktioniert, mit Solar- oder Windkraftanlagen die alten Diesel-, Schweröl- oder Gasgeneratoren zu unterstützen und nicht die Stromversorgung destabilisiert. Das ist gelungen.

Chancen für Energieversorger

Es konnte gezeigt werden, dass die Microgridanwendungen für eine zuverlässige Stromversorgung für die Minen in abgelegenen Regionen sorgen. „Die zweite Marktphase, die jetzt begonnen hat, wird geprägt durch den Preiswettbewerb“, erklärt Thomas Hillig, Geschäftsführer von Thenergy. Das Münchner Beratungsunternehmen hat sich auf den Markt von Offgridanlagen spezialisiert. Zudem geht es jetzt darum, dass die Investitionssummen fließen. Denn viele Bergbauunternehmen sind hier zurückhaltend, die Anlagen selbst zu bauen. Das ist wiederum die Chance für Energieversorger, die die Anlagen entwickeln und betreiben um über einen Stromliefervertrag (PPA) die Solarenergie an die Bergbauunternehmen verkaufen.

Projektierer profitieren von Skalierungseffekten

Thenergy hat jüngst zusammen mit dem Energieversorger Voltalia eine Studie über die neue Marktentwicklung von Offgridanlagen verfasst. Zusammen haben die beiden Unternehmen untersucht, wie Stromanbieter konkurrenzfähig PPAs für abgelegene Minen anbieten können. Vor allem die großen Anbiete profitieren an dieser Stelle von Skaleneffekten aufgrund des wachsenden Marktes für Hybridprojekte. So hätten es die Marktführer geschafft, die Planungs- und Bauprozesse substanziell zu verbessern, haben Thenergy und Voltalia herausgefunden.

Generatoren aufeinander abstimmen

So einfach ist das aber nicht, wie beispielsweise bei einfachen netzgekoppelten Solarparks, die ihren Strom in ein allgemeines Versorgungsnetz einspeisen. Zur Projektdurchführung in abgelegenen Gebieten, insbesondere in Afrika bedürfe es umfangreicher Erfahrung, betonen die Autoren der Studie. Zu den Herausforderungen von Projekten in Afrika zählt unter anderem die Refinanzierung. Dafür brauchen die Projektierer hervorragende Beziehungen zu lokalen und internationalen Banken. Aber auch das Zusammenspiel der verschiedenen Energiequellen, die in einem solchen Inselnetz perfekt zusammenarbeiten müssen, ist eine planerische Herausforderung, die viel Erfahrung mit solchen Anlagen voraussetzt. Denn nur wenn die einzelnen Generatoren optimal aufeinander abgestimmt sind und nicht bei suboptimalen Lasten laufen, bringen sie die maximale Effizienz. Das heißt aber auch, dass die Ökostromgeneratoren gut gewartet werden müssen.

Wartung wird wichtiger

Die Autoren der Analyse betonen aber, dass Kostenoptimierung nicht zwangsläufig bedeutet, Investitionen zu minimieren. Vielmehr liegt der Schwerpunkt darauf, die Lebenszeit der Anlagen möglichst auf eine lange Dauer auszulegen. Das heißt auch, dass die Anlagen regelmäßig gewartet werden. Das gesamte Offgridsegment kommt also in eine Phase der nachhaltigeren Projektabwicklung und eines auf Dauer angelegten Projektbetriebs.

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