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Münchener Ideen­fest

Energie war lange eine Frage der Erzeugung. Heute ist sie vor allem eine Frage der Intelligenz. Auf der The smarter E Europe in München wird sichtbar, wie aus Sonnen- und Windstrom ein stabiles, flexibles und rund-um-die-Uhr verfügbares Energiesystem wird. Zwischen netzbildenden Wechselrichtern, lernfähigem Energiemanagement und Wallboxen mit Weitblick zeigt die Branche, dass die Energiewende erwachsen wird. Nicht irgendwann, sondern jetzt – mit Technik, die Stromnetze stabilisiert, Kabel spart und sogar den Schwarzstart beherrscht. München wird damit für drei Tage zum Maschinenraum der elektrischen Zukunft.

Integrierte Systeme

Welche zentrale Rolle in diesem Jahr in München Wechselrichter und Energiemanager spielen, lesen Sie hier bei uns. | 38

Die Branche erlebt derzeit einen Wandel vom Einzelgerät zum intelligenten Energie-Hub. Hersteller wie Fronius setzen zunehmend auf integrierte Systeme, in denen Wechselrichter, Batteriespeicher, Notstromversorgung, Energiemanagement und E‑Mobilität eng zusammenspielen. | 42

In dem Zusammenhang möchte ich auf unser Sonderheft zum Thema Co-Location verweisen, das auch auf der The smarter E Europe am Messestand von ERNEUERBARE ENERGIEN, photovoltaik und GEB ausliegt (Stand B1.109).

Hybridkraftwerke mit PV und Speicher gewinnen zunehmend an Bedeutung, sowohl wenn es um Netzstabilität als auch wenn es um Wirtschaftlichkeitsfragen geht. Das Sonderheft liegt dieser Ausgabe bei.

Was es Neues auf der The smarter E zum Thema Großspeicher zu entdecken gibt, hat unser Autor Sven Ullrich für Sie zusammengetragen: Der Speichermarkt verschiebt sich rasant vom Heimspeicher hin zu großen, netzdienlichen Batteriesystemen. Gefragt sind heute modulare Speicher mit hoher Energiedichte, KI-gestütztem Energiemanagement und starker Sicherheitsarchitektur. Gleichzeitig gewinnen europäische Wechselrichter, Cybersecurity und flexible Komplettsysteme für Industrie und Gewerbe an Bedeutung. | 48

Fest steht: Die Technik schreitet schnell voran. Speicher werden leistungsfähiger. Im Grunde gilt das für alle Regenerativtechnologien, die Effizienzschraube wird immer weiter gedreht. Wie sich Windparks effizienter und leiser betreiben lassen, zeigt unsere Sonderstrecke in dieser Ausgabe. Im Mittelpunkt stehen neue Effizienzlösungen wie Serrations an Rotorblättern, die Windenergieanlagen leiser machen und dadurch höhere Stromerträge ermöglichen. Andere Innovationen machen mit Messtechnik, Sensorik und Vogeldetektions-KI die Windkraft wirtschaftlicher und genehmigungsfähiger. | 28

Künstliche Riffe

Ein ganz neues Thema tritt mit den Plänen für den Rückbau des ersten deutschen Offshore-Windparks in Erscheinung: die Frage, ob es für Flora und Fauna besser ist, Fundamente als künstliche Riffe im Meeresboden zu belassen, oder ob man sie entfernen muss. | 36

Gleichwohl plagen die Offshore-Windkraftbranche derzeit noch andere Sorgen. Vor allem wartet die Branche auf neue politische Rahmenbedingungen, damit endlich wieder Investitionssicherheit einkehren kann. | 34

Nach wie vor leidet die Regenerativbranche unter einem gesetzlichen Vakuum und einer Bundeswirtschaftsministerin, der die Gaslobby offensichtlich näher steht als Wind, Solar und Speicher.

Ein Beispiel aus Schleswig-Holstein zeigt, dass die Energiewende nicht an fehlenden Ideen scheitert. Bürgerenergie, grüner Wasserstoff und regionale Wertschöpfung funktionieren bereits in der Praxis. Was fehlt, sind verlässliche politische Rahmenbedingungen. | 58

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen

Nicole Weinhold,
Chefredakteurin Erneuerbare Energien