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Nordex

Höchstumsätze, während Logistik- und Materialkosten die Bilanz belasten

Mit 5,4 Milliarden Euro führte das Windenergieunternehmen 2020 einen regelrechten Umsatzsprung vor, nach 4,65 Milliarden Euro Umsatz im Vorjahr. Das belegen die vorläufigen Jahreszahlen, die Nordex am Mittwoch bekannt gab. Die gesamtgeschäftlichen Einnahmen lagen somit sogar noch leicht oberhalb der zuletzt prognostizierten 5,0 bis 5,2 Milliarden Euro. Der Jahresfinanzbericht des Vorjahres hatte für 2021 sogar einen um 0,7 Milliarden Euro geringeren Umsatz für möglich gehalten und einen Bereich von 4,7 bis 5,2 Milliarden Euro anvisiert.

Auch die Aufträge sprudeln. So holte die Verkaufsabteilung der Hamburger 2021 neue Aufträge alleine für die Lieferung von Windturbinen mit einem Volumen der bestellten Erzeugungskapazität von 7,95 Gigawatt (GW) ein. Damit übertraf der Windturbinenbauer das Volumen der 2020 eingegangenen Aufträge sogar um gut 30 Prozent, als Bestellungen für 6 GW eingegangen waren. Vor allem Europa mit 58 Prozent, aber auch Lateinamerika mit 21 Prozent Anteil an diesen bestellten Erzeugungskapazitäten machten das Gros der von Nordex vergangenes Jahr erzielten Nachfrage aus. Im bei Nordex als „Rest der Welt“ zusammengefassten Verkaufsgebiet, das immerhin Afrika, Asien sowie Australien mitsamt einer dort erfolgten Einzelbuchung für rund ein GW einschließt, sind Aufträge für weitere 12 Prozent der insgesamt bestellten 7,95-GW-Erzeugungskapazität zusammengekommen. Nordamerika mit dem für Nordex weiterhin besonders wichtigen Zielmarkt USA brachte 9,0 Prozent dieses Auftragsvolumens ein.

„Die Nordex Group hat sich unter schwierigen Rahmenbedingungen 2021 gut behauptet und ihren Wachstumskurs fortgesetzt: Dies zeigt sich in den gestiegenen Umsatz-, Installations-, Produktions- und Auftragseingangszahlen“, sagte der Geschäftsführer der Nordex-Gruppe José Luis Blanco.

Allerdings zollen die schwierigen Weltmarktbedingungen ihren Tribut. Anhaltende Belastungen durch Einschränkungen im Bereich der Logistik unter den Pandemie-Schutzmaßnahmen gegen das weltweit grassierende Corona-Virus sowie Einschränkungen im internationalen Im- und Export aufgrund von Kriegen und geopolitischen Verwerfungen der Staaten zollten ihren Tribut. Die Marge im Kerngeschäft, die sogenannte Ebitda-Marge, sank auf nun nur noch ein Prozent, nach schon äußerst niedrigen 2,0 Prozent im Jahr 2020 und 3,8 Prozent im Jahr 2019. Die Vorhersage aus dem Jahresfinanzbericht 2020 hatte für 2021 noch 4,0 bis 5,5 Prozent Ebitda-Marge und einen Anstieg der Marge für 2022 sogar auf 8 Prozent prognostiziert. Auch die vorgesehenen Neuinvestitionen des Windkraft-Industrieunternehmens von 180 Millionen Euro verfehlte die Nordex-Gruppe. So gab der Windturbinen-Gesamtkonzern 168,7 Millionen Euro für seine Infrastruktur, die Expansionsfähigkeiten und Innovationen aus, nach 162,9 Millionen Euro im Vorjahr.

Als Ursache der geringen Marge gab Nordex die „sehr hohen Kosten für Logistik – insbesondere Seefrachten – und Rohstoffe“ an. Kurzfristig werde das Umfeld „herausfordernd bleiben“, sagte Blanco mit Verweis auf die Umgebungsbedingungen für zumindest das laufende neue Geschäftsjahr. Doch blieben die „mittel- bis langfristigen Perspektiven sehr positiv“ – dank der weltweit sich durchsetzenden Vorgaben zur Begrenzung der Treibhausgas-Emissionen und des daraus resultierenden Bedarfs an Kohlendioxid-freier Stromerzeugung.

Die geringen Margen bei zugleich stark zunehmenden Umsätzen plagen auch andere Wettbewerber der Windkraftindustrie. So hatte Weltmarktführer Vestas zwar in seinem Jahresfinanzbericht von Anfang Februar einen Rekordumsatz von 15,6 Milliarden Euro infolge eines Umsatzsprungs von 0,8 Milliarden Euro vorgewiesen – was dem unteren Bereich der Erwartungen entsprochen hatte. Doch die Ebitda-Marge sank noch einmal um 0,5 Prozentpunkte auf wenngleich im Vergleich zu Nordex deutlich komfortablere 8,9 Prozent. 2021 war damit das inzwischen fünfte Jahr mit rückläufiger Marge in Folge, seit 2016, als die Ebitda-Marge noch 17,8 Prozent betragen hatte.

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