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Golfstaaten

Kuwait: Erneuerbare statt Atom

Kuwait hatte 2009 mit den USA, Frankreich und Russland Übereinkommen geschlossen, die zu einer selbständigen kuwaitischen Atomwirtschaft führen sollten. Wie die Nachrichtenagentur UPI meldet hatten die Herrscher des kleinen Golfstaates geplant, bis zum Jahr 2022 unter Beteiligung der drei Länder vier Atomkraftwerke mit je einem Gigawatt Leistung bauen zu lassen. Diese Pläne wurden jetzt gestoppt. Osama al-Sayegh vom staatlichen Kuwait Institute for Scientific Research (KISR) führte den Beschluss auf die Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima zurück. Zudem sei die Frage der Beseitigung des atomaren Abfalls der AKWs nie gelöst worden.

Deutsche Unternehmen gefragt

Offensichtlich wollen sich die Kuwaitis nunmehr den erneuerbaren Energiequellen zuwenden. Und das mit der Hilfe deutscher Fachkräfte. Das Stuttgarter Ingenieurunternehmen Fichtner wurde vom KISR mit einem Großprojekt über mehrere Millionen Euro beauftragt. Gemeinsam mit weiteren deutschen Institutionen wie den Fraunhofer Gesellschaften ISE und IWES sowie dem Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum soll die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energieressourcen wie Sonne und Wind in Kuwait untersucht werden.

Die Regierung Kuwaits hat sich dabei zum Ziel gesetzt, die Stromversorgung des Landes bis zum Jahr 2020 zu einem großen Teil auf erneuerbaren Energiequellen umzustellen. Hierfür hat das KISR bereits eine Studie zu potenziellen erneuerbaren Stromerzeugungsanlagen durchgeführt und mehrere Anlagen-Standorte identifiziert und untersucht.   

Gigantischer Energiepark im Nordwesten

Das Unternehmen Fichtner wurde mit der Entwicklung eines Masterplans für einen etwa 100 Quadratkilometer großen 2000-Megawatt-Energiepark in Kuwait beauftragt. Die Energie soll hier ausschließlich aus erneuerbare Ressourcen stammen. Eine entsprechende Pilotanlage im Nordwesten des Landes wird aus einer Concentrated Solar Power-Anlage mit 50 Megawatt elektrische Leistung, einem 10-Megawatt-Windpark und einer 10-Megawatt-Photovoltaikanlage bestehen.

Darüber hinaus kümmert sich Fichtner auch um die Lieferung und Installation von fünf meteorologischen Bodenmessstationen, die über einen Zeitraum von 12 Monaten zuverlässige Solar- und Wind-Daten erfassen sollen. Dadurch soll der beste Standort für den Energiepark bestimmt werden. (Daniel Seemann)