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Solarausschreibungen

Jeder dritte Bieter geht leer aus

Die Ergebnisse der jüngsten Photovoltaikauktion zeigt, dass immer mehr Projekte in der Warteschlange für eine Marktprämie stehen und nicht gebaut werden können. Die Solarbranche fordert deshalb, das Ausbautempo zu erhöhen.

Die Bundesnetzagentur hat die Ergebnisse der jüngsten Ausschreibungen von Marktprämien für Strom aus Solarparks bekannt gegeben. Inzwischen stehen immer mehr Projekte in der Warteschlange, die aufgrund der Mengenbegrenzung nicht gebaut werden können. Denn an der letzten Ausschreibungen haben sich Projektierer mit 346 Geboten mit einer Gesamtleistung von 1.344 Megawatt beworben. Zu Zuge gekommen sind aber nur 121 Projekte mit einer Leistung von 501 Megawatt.

Ausbautempo erhöhen

Damit steigt die Überzeichnung der Auktionen an, was beim BSW Solar auf heftige Kritik stößt. „Es ist bedauerlich, dass nur jeder dritte Bieter einen Zuschlag erhalten hat“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes. „Das können wir uns angesichts des rasanten Klimawandels nicht mehr leisten. Zur Einhaltung der Klimaziele und zur Vermeidung von Stromerzeugungslücken muss das Ausbautempo der Photovoltaik gegenüber 2019 verdreifacht werden.“ Entsprechend müssten auch die Ausschreibungsvolumen nach oben korrigiert werden.

Preise sind leicht gestiegen

Die Solarbranche habe mit der drastischen Überzeichnung der Ausschreibung ihre Investitionsbereitschaft gezeigt. Außerdem genießt sie große Akzeptanz bei niedrigen Kosten, auch wenn die Zuschlagspreise in dieser Ausschreibung im Vergleich zur letzten Auktion im Jahr 2019 leicht angestiegen sind. So bekommen die Anlagenbetreiber eine Marktprämie zwischen 4,70 bis 6,20 Cent pro Kilowatt. In der vorherigen Auktion lagen die Zuschlagswerte zwischen 4,59 und 5,20 Cent pro Kilowattstunde. Entsprechen stieg auch der durchschnittliche Zuschlagspreis von 4,90 auf 5,68 Cent pro Kilowattstunde.

Mehr Sorgfalt bei der Gebotsabgabe

Die Bundesnetzagentur weißt zudem darauf hin, dass in dieser Runde 76 Gebote von der Auktion ausgeschlossen werden mussten. Denn die Bieter haben die Papiere falsch oder unvollständig ausgefüllt oder fehlerhafte Ausdrucke eingesandt. Die Bundesnetzagentur mahnt hier zu mehr Sorgfalt bei der Gebotsabgabe.