Drei europäische Länder bereiten ihre nächsten Ausschreibungen für Offshore-Windkraft-Kapazitäten vor, und ein asiatischer Inselstaat versucht den Kickstart in die Meereswindenergie. So hat Norwegen nun zwei Jahre später als zuerst geplant die ersten zwei 500-Megawatt-Plangebiete für schwimmende Windparks in der Entwicklungszone Utsira Nord an zwei Konsortien vergeben. Das dritte Plangebiet blieb ohne Bewerbung. Die siegreiche der beiden nach qualitativen Kriterien wie Finanzkraft oder Nachhaltigkeit bewerteten Bietergemeinschaften durfte sich das Plangebiet aussuchen. Nun haben beide zwei Jahre Zeit, um die Windparks zu weitgehender Reife fortzuentwickeln und die Lizenz zu beantragen. 2028 oder 2029 soll die Vergütungsausschreibung folgen, wobei nur das günstigere Erzeugung anbietende Konsortium eine Vergütungsabsicherung erhält, das andere ohne Absicherung auskommen muss. Zugleich schrieb die zuständige Agentur ein neues Pilotprojekt für bis zu fünf Schwimmanlagen aus, um die Technik noch mehr zur Marktreife zu bringen.
Irland lässt derzeit ein neues Projektgebiet unter den vier vor der Südküste der Insel schon vorbestimmten Offshore-Windkraft-Zonen voruntersuchen, um es in Teil zwei der zweiten Ausschreibungsrunde mit einem Potenzial für bis zu 1,5 Gigawatt (GW) auszuschreiben. Das erste Gebiet für 0,9 GW war an ein Konsortium von ESB und Ørsted gegangen. Die erste Ausschreibungsrunde hatte 2023 zu Zuschlägen für insgesamt vier Projekte mit 3,1 GW westlich der Insel geführt, wobei die Entwicklungsgesellschaft eines Gebiets die Arbeit wieder eingestellt hat.
Am 17. Dezember startete dann Polen die erste wettbewerbliche Ausschreibung für bis zu 4 GW. Bekannt ist die Beteiligung von mindestens drei Bieterkonsortien.
Schon Ende November hatten die Philippinen die ersten 3,3 Gigawatt Offshore-Windkraft ausgeschrieben. Sie sollen zügig von 2028 bis 2030 ans Netz gehen. (tw)