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Zuschlag für 2.135 Megawatt

Solarausschreibung überzeichnet: Jedes dritte Gebot geht leer aus

261 Gebote mit einer Gesamtleistung von 2.134,657 Megawatt (MW) haben in der aktuellen Ausschreibungsrunde für Solaranlagen des ersten Segments einen Zuschlag erhalten. Das ausgeschriebene Volumen von 2.135 MW wurde damit praktisch punktgenau ausgeschöpft. Insgesamt gingen 401 Gebote ein. Die angebotene Leistung überstieg das Ausschreibungsvolumen um 1.035 MW beziehungsweise knapp 49 Prozent. Rechnerisch ging damit rund jedes dritte Gebot leer aus. Hinzu kommt: 48 der 401 eingereichten Gebote schloss die Bundesnetzagentur vom Zuschlagsverfahren aus. Bieter, deren Gebote keinen Zuschlag erhalten haben, werden gesondert über die Gründe der Nichtbezuschlagung informiert.

Neben klassischen Freiflächenanlagen umfasst die Ausschreibung auch Solaranlagen auf baulichen Anlagen, die weder Gebäude noch Lärmschutzwände sind – etwa auf Deponien, Parkplatzüberdachungen im weiteren Sinne oder vergleichbaren Strukturen. Für Planer erweitert das den infrage kommenden Flächenpool spürbar, gerade dort, wo landwirtschaftliche Flächen knapp oder politisch umkämpft sind.

Preisniveau: Der Korridor wird enger

Die im Gebotspreisverfahren ermittelten Zuschlagswerte liegen zwischen 4,38 und 4,97 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Der mengengewichtete durchschnittliche Zuschlagswert beträgt 4,79 Cent – nach 4,94 in der vorherigen Runde. Das entspricht einem Rückgang um 0,15 Cent pro kWh. „Die Gebotsrunde war erneut überzeichnet. Im Vergleich zur Vorrunde sind die Zuschlagswerte leicht gefallen“, erklärte Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur.

Für die Praxis ist weniger der Durchschnitt entscheidend als die Spanne. Zwischen dem niedrigsten und dem höchsten bezuschlagten Gebot liegen lediglich 0,59 Cent pro kWh. Dieser schmale Korridor ist ein deutliches Signal: Der Markt hat sich auf ein gemeinsames Kostenverständnis eingependelt. Wer mit einem Gebot oberhalb der 4,97-Cent-Marke kalkulierte, hatte in dieser Runde keine Chance – unabhängig von der Qualität des Projekts. Für Projektierer bedeutet das, dass die Gebotsstrategie kaum noch Spielraum für Sicherheitsaufschläge lässt. Wer defensiv bietet, um Risiken aus Baukosten, Netzanschluss oder Zinsentwicklung abzupuffern, riskiert den Zuschlag. Wer aggressiv bietet, verlagert dieselben Risiken in die spätere Umsetzungsphase.

Das größte Zuschlagsvolumen entfällt auf Projekte in Bayern. Dort erhielten 75 Gebote mit zusammen 429 MW einen Zuschlag. Es folgen Baden-Württemberg mit 266 MW und 41 Zuschlägen, Rheinland-Pfalz mit 239 MW und 25 Zuschlägen, Nordrhein-Westfalen mit 233 MW und 21 Zuschlägen sowie Niedersachsen mit 225 MW und 28 Zuschlägen. Auf diese fünf Bundesländer entfallen zusammen 1.392 MW und damit rund zwei Drittel der insgesamt bezuschlagten Leistung. (NW)