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Offshore-Markt

Ohne Großbritannien sähe es düster aus

Während in Deutschland 2018 nur drei Offshore-Windparks neu ans Netz angeschlossen wurden, waren es in Großbritannien acht. Ohne die Insel gäbe die Offshore-Windenergie in Europa ein überschaubares Bild ab.

Inhaltsverzeichnis

Katharina Garus

Im vergangenen Jahr wurden in Europa insgesamt 2,6 Gigawatt (GW) an Offshore-Windleistung neu installiert. Spitzenreiter war mit 1.312 Megawatt (MW) Großbritannien, gefolgt von Deutschland mit 969 MW. Das geht aus den aktuell veröffentlichten Zahlen des europäischen Branchenverbandes WindEurope hervor. Die Europäische Offshore-Windkapazität wuchs damit um 18 Prozent auf eine kumulierte Leistung von 18,5 GW.

Sorgenkind Deutschland

Obwohl der Zubau in Deutschland 2018 hinter Großbritannien, aber weit vor Belgien (309 MW) und Dänemark (61 MW) lag, geben die Ausbauzahlen wenig Anlass zu überschwänglicher Freude. „Einige Länder bleiben hinter den Erwartungen zurück und riskieren, ins Hintertreffen zu geraten“, sagt WindEurope-CEO Giles Dickson. Er zählt drei Sorgenkinder auf: Schweden, wo trotz eines großen Potenzials keinerlei Offshore-Windenergie errichtet wurde. Frankreich, das immer noch vergeblich auf seinen ersten Offshore-Windpark wartet. Und Deutschland. „Deutschland hat nur ein bescheidenes Ziel für 2030“, macht er deutlich, warum man sich von den passablen Ausbauzahlen aus 2018 nicht täuschen lassen darf.

Projekt- und Turbinengröße wachsen

Wenig Überraschendes ergibt die Analyse der Projekte: Größe ist Trumpf. So lag die durchschnittlicher Leistung der 2018 errichteten Offshore-Turbinen bei 6,8 MW und damit um 15 Prozent über der durchschnittlichen Turbinenleistung des Vorjahres. Die durchschnittliche Parkgröße lag 2018 bei 561 MW.

„Die Technologie entwickelt sich weiter“, sagt Dickson. „Die Turbinen werden größer und die Kosten fallen. Einen Offshore-Windpark zu bauen ist heute nicht mehr teurer, als ein Kohle- oder Gaskraftwerk zu errichten. Und es ist deutlich günstiger, als ein Atomkraftwerk.“

Marktanteile der Turbinenhersteller

Nach wie vor dominieren Siemens Gamesa mit einem Marktanteil von 62 Prozent und MHI Vestas mit 33 Prozent das Marktgeschehen. Die V164-8.8 MW von MHI Vestas ist die aktuell weltgrößte Offshore-Turbine. Sie wurde 2018 in Großbritannien errichtet. Dank des Windparks Merkur hat aber auch GE erstmals 20 seiner Haliade 150-6 MW in Europa installiert.

Aktuell befinden sich in den europäischen Gewässern noch sechs Offshore-Windparks in Bau. Für weitere zwölf wurde 2018 eine endgültige Investitionsentscheidung getroffen. Diese markieren einen weiteren Ausbau der Kapazitäten um 4,2 GW und ziehen eine Investitionssumme von 10,3 Milliarden Euro nach sich.

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