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Windtechnik

Schaufenster für künftige Energieversorgung

Arne Petersen, Chef der Husumer Messe, im Interview mit ERNEUERBARE ENERGIEN über die Zukunft der Husum Wind. Die nationale Leitmesse wird vielfältiger.

Nicole Weinhold

Was können wir von der Husum Wind 2019, erstmalig unter neuer Leitung, erwarten?

Arne Petersen: Wir sind und bleiben die nationale Leitmesse für Windenergie, so sind 2019 sämtliche wichtige Branchenvertreter wieder dabei. Neue Windturbinen mit niedrigen Gestehungskosten werden wieder Besuchermagnete sein. Auch Planung, Finanzierung und Service bleiben für uns wichtige Bereiche. Vermehrt wird nach alternativen Nutzungskonzepten für Windstrom gesucht, in Schleswig-Holstein spielt Wasserstoff eine große Rolle. Darauf reagieren wir, wir denken Wind weiter. Von der Branche bekommen wir hierauf positive Resonanz und sind schon zu 85 Prozent ausgebucht.

Welche Messe braucht die deutsche Branche künftig?

Arne Petersen: Die Energiewende ist in einer neuen Phase. Denn es geht nicht mehr nur um Erzeugung, sondern auch um Speicher, Power-to-X und intelligente Verteilung. Digitalisierung, Blockchain und Big Data finden bereits in einigen Bereichen Anwendung, haben aber noch viel Potenzial. Sektorkopplung darf nicht mehr nur Schlagwort sein. Wir brauchen ein integriertes erneuerbares Energiesystems, in dem Wind der Treiber ist. Die Branche braucht folglich eine Messe, die das aufgreift und eine integrierte Plattform bietet. Als Antwort auf die neuen Herausforderungen bieten wir mit unserer langjährigen Erfahrung und der Lage in Deutschlands Energiewende-Modellregion ideale Rahmenbedingungen für erfolgreiche Geschäfte, Vernetzung sowie direkten Austausch. Dazu zählt auch, dass die Husum Wind sich als Forum versteht, das die Interessen der Branche gegenüber Politik und Stakeholdern kommuniziert, beispielsweise hinsichtlich Genehmigungen und Planungssicherheit.

Wie reagieren Sie auf die Zäsur 2020?

Arne Petersen: Die nächste Husum Wind findet im September 2019 statt, also zu einem spannenden Zeitpunkt. Die Region um Husum ist Vorreiter bei der Nutzung der Windkraft. Hier werden also auch die ersten Windparks aus der EEG-Förderung fallen und es wird sich zeigen, wie sich die Branche für die Zeit danach aufstellt. Wir sprechen führende Anbieter aus den Bereichen Weiterbetrieb, Repowering, Rückbau und Recycling an und wollen in Husum wegweisende Konzepte zeigen.

Was bietet die Messe den Unternehmen?

Arne Petersen: Während viele über Sektorkopplung sprechen, ist sie in unserer Region bereits Realität. Die Branche kann sich hier aus erster Hand informieren. Die Husum Wind war schon immer ein Ort, an dem Entscheider zusammenkommen, und wird dies auch bleiben. Wie jedes Jahr werden wir ein attraktives und vor allem aktuelles Programm anbieten. Neben der Windcareer geben junge innovative Unternehmen einen Ausblick auf Trends und künftige Entwicklungen. Wir sind als deutsche Windmesse Schaufenster für den Innovationsstandort Deutschland. Daher freuen wir uns über Aussteller und Besucher aus unseren Nachbarländern, denn Austausch ist wichtig für die Energiewende.

Aber haben Messen im digitalen Zeitalter nicht ausgedient?

Arne Petersen: Fachmessen sind nach wie vor wichtig für Unternehmen, um nicht zu sagen unverzichtbar. Vieles kann im digitalen Zeitalter ersetzt werden, nicht aber der persönliche Kontakt. Den zu ermöglichen war und ist eine besondere Stärke der Husum Wind. Am Ende bietet die Fachmesse die wichtigste Währung: Kontakte, Kontakte, Kontakte.

Wie sehen Sie die Zukunft der Messe?

Arne Petersen: Auch in Zukunft werden wir das Ohr eng am Markt haben und bestmöglich auf die Bedürfnisse der Branche eingehen. Im Vergleich zu anderen Messen sind wir zwar kleiner, aber auch agiler. So können wir schnell reagieren, auch wenn sich der Wind dreht. Daher blicken wir zuversichtlich in die Zukunft.

Foto: Deutsche Messe

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