Jüngster Deal der Partner Siemens Gamesa und Ørsted in Sachen Offshore-Windkraft Taiwan: Weitere 900 MW sollen 2021 in Bau gehen.
Foto: Siemens Gamesa

Windkraft

Taiwan will weniger für Offshore-Strom zahlen

Während ein Stromliefervertrag den zweiten Offshore-Windpark der Insel in trockene Tücher bringt, sind für andere Projekte nun Vergütungskürzungen im Gespräch.

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Tilman Weber

Der nationale Energieversorgungskonzern Taipower unterzeichnete nun einen Stromabnahmevertrag für 20 Jahre für den Windpark Formosa 2. Die Installation des Windparks mit 376 Megawatt (MW) Leistung ist für 2020 geplant. Investoren und Projektierer des Windparks sind das taiwanesische Chemie-Unternehmen Swancor und der australische Investmentspezialist Macquarie Capital. Die Turbinen wird wohl der Windenergiekonzern Siemens Gamesa liefern. Swancor und Siemens Gamesa hatten eine Absichtserklärung zur Lieferung der Turbinen bereits im März unterzeichnet. Bisher gingen Marktbeobachter davon aus, dass die getriebelose Siemens-Gamesa-Anlage mit acht MW und 167 Meter Rotordurchmesser das dort installierte Modell sein wird.

Das Projekt könnte der zweite Offshore-Windpark des Landes werden, während derzeit die Bauarbeiten am „Phase 2“ genannten Großteil des Windpark Formosa 1 im Gange sind. Dieser entsteht aus 20 getriebelosen Windenergieanlagen vom Typ Siemens SWT-6.0-154. Die Installation zweier erster Offshore-Anlagen der eigenständigen chinesischen Insel war 2017 erfolgt. Die beiden Vier-MW-Modelle der Marke Siemens mit Getriebe bildeten die Phase 1 des Windparks und zugleich das Pilotprojekt der taiwanesischen Offshore-Windkraft. Die finale Finanzierungsentscheidung für den Bau des 120-MW-Windfeldes war danach im April 2018 durch Hauptinvestor Ørsted aus Dänemark erfolgt, beteiligt sind an Formosa 1 außerdem ebenfalls Macquarie und Swancor.

Taiwan will Einspeisevergütung um 12,71 Prozent senken

Den nächsten Windparkprojekten im Meer droht nun aber eine rückwirkende Vergütungskürzung. Das taiwanesische Wirtschaftsministerium denkt laut darüber nach, die auf umgerechnet nach derzeitigem Wechselkurs 16,67 Cent pro Kilowattstunde (kWh) sehr hoch festgelegte Vergütung für Windparks um fast 13 Prozent abzusenken (12,71 Prozent). Diesen Preis hatte die taiwanesische Regierung den bisher ausgeschriebenen und bezuschlagten weiteren Offshore-Windpark-Projekten zugesagt, die 2019 einen langfristigen Stromabnahmevertrag abschließen. Die Vergütungskürzung begründete das Ministerium mit den weltweit gesunkenen Vergütungen für neue Offshore-Projekte sowie mit gesunkenen Kosten.

2018 hatte Taiwan in zwei Ausschreibungsrunden die Rechte für Offshore-Windturbinen mit einer Gesamtkapazität von 5,5 Gigawatt vergeben. Alle Projektierer mit solchen Zuschlägen müssen bis Ende 2019 Stromabnahmeverträge mit Taipower abschließen. Taiwan will die neue Tarifhöhe bis Februar 2019 festlegen. Der Weltwindenergierat GWEC kritisierte die Pläne. Sie bedrohten die Wirtschaftlichkeit der Projekte, die ihre Vorhaben auf die damals in Aussicht gestellten Vergütungen berechnet hätten.

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