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Nordex

Deutschlandboom für größte Windturbinen

Windenergieanlagen-Hersteller Nordex verzeichnet neue Deutschland-Bestellungen aus dem vergangenen Monat Juli für 19 Turbinen mit 102 Megawatt (MW) Gesamterzeugungskapazität. Bestellt wurden gemäß Mitteilung des Unternehmens fast nur noch die sehr großen Anlagen der neuesten Nennleistungsgeneration von fünf bis mehr fast sieben MW. So betrug die durchschnittliche Nennleistung pro Anlage 5,39 MW pro Anlage. Vor allem Turbinen der Serie N163/5.X mit Anlagen bis knapp sechs MW Nennleistung, aber auch Turbinen der neuesten und zweiten Serie dieser Anlagengeneration, der N163/6.X -Serie ab sechs MW, verkaufte Nordex für geplante Projekte an Standorten an Land im Bundesgebiet. Das Unternehmen erhielt die Bestellungen über zehn eingegangene Buchungen. Es seien Bestellungen für Windparks zum Beispiel in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und in Mecklenburg-Vorpommern darunter, erklärte der drittwichtigste Akteur im deutschen Markt unter den Windturbinenbauern. Für welche weiteren Bundesländer die Nordex-Kunden im Juli die Windturbinenerrichtungen bestellt hatten, teilte Nordex nicht mit.

Der Vizepräsident des Unternehmens für die Deutschland einschließende europäische Verkaufsregion Central bei Nordex, Karsten Brüggemann, lobt im Zusammenhang mit den guten Bestellungen die jüngsten reformpolitischen Initiativen der Bundesregierung zur Beschleunigung des deutschen Windpark-Zubaus auch an Land: „Mit den vor der Sommerpause verabschiedeten Gesetzespaketen sowie dem „Wind-an-Land-Gesetz“ hat die Politik in Deutschland auf Bundesebene eine klare politische Grundlage geschaffen. Die Technologie hierfür steht bereit.“

Die gute Auftragslage für das in Hamburg und Rostock ansässige Unternehmen spiegelt sich auch in den Errichtungen neuer Windparks im ersten Halbjahr wider. So meldet die Berliner Fachagentur Windenergie an Land (FA Wind) in Bezug auf Nordex die Neuerrichtung von 44 Windturbinen von Januar bis Juni in Deutschland mit einer Gesamtleistung von 178 MW. Dies entspricht gemäß der FA-Wind-Auswertung einem Marktanteil von 18,2 Prozent und damit voraussichtlich einem Rekordanteil des Unternehmens an dem Markt im Auswertungszeitraum erstes Halbjahr. Mehr Anlagen schlossen von Januar bis Juni 2022 nur die beiden dauerführenden Marktakteure Vestas und Enercon neu ans Netz an.

Möglicherweise aber war Nordex im ersten Halbjahr 2022 noch weit erfolgreicher als die Datenanalyse der FA Wind andeutet. Denn die von der Berliner Agentur gemeldeten Neuanschlüsse von Windturbinen ergeben sich aus der Auswertung des sogenannten Marktstammdatenregisters zur Anmeldung neu ans Stromnetz angeschlossener Windparks, die FA Wind regelmäßig vornimmt. In das Register müssen Windparkprojektierungsunternehmen und Windparkbetreibende den Zustand ihrer Projekte und ihrer Anlagenparks regelmäßig anmelden – dabei kann es vereinzelt immer wieder zum Verzug solcher Meldungen kommen, auch wenn zu spät angemeldete Inbetriebnahmen auch zu Vergütungsverlusten führen können. Meist stimmen die Meldungen der Windturbinenhersteller über ihre eigenen Neuaufstellungen und die Bilanzen im Marktstammdatenregister allerdings weitgehend überein. Doch nun meldete Nordex für das erste Halbjahr eigene Neuerrichtungen von 95 Windenergieanlagen mit einer Gesamtkapazität von 440 MW. Dies ist sogar deutlich mehr als das Doppelte dessen, was die FA Wind im Anlagenregister zum Auswertungszeitpunkt vorfand.

Dieses weite Auseinanderklaffen der Errichtungsbilanz für das erste Halbjahr dürfte tatsächlich auf eine sogar sehr große Zahl zwar baulich fertig errichteter, aber noch nicht betriebsbereiter und damit nicht anmeldungsfähiger Anlagen schließen lassen. Dies bestätigt Nordex. Wie viele Windenergieanlagen tatsächlich zum 1. Juli trotz abgeschlossener Errichtungen der Bauwerke noch nicht in Betrieb gehen konnten, beziffert Nordex nicht. Allerdings bestätigt der Sprecher für die Nordex-Gruppe, Felix Losada, dass überwiegend Lieferprobleme für Bauteile und insbesondere die digitale Steuerung der Anlagen verantwortlich für die Verzögerungen bei den Anschlüssen sind. „Verschiedenste fehlende Bauteile“, hätten die Netzanschlüsse zunächst verhindert, erklärt Losada auf Nachfrage durch ERNEUERBARE ENERGIEN. Dies betreffe auch fehlende Chips zur Steuerung der Software oder auch die Programmierung für den Netzanschluss. Die Kunden seien darüber informiert. Nach und nach schließt Nordex mittlerweile auch die noch stillstehenden frisch installierten Turbinen an, wie Losada betont: „Es geht voran.“

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