Erneuerbare Energien bei Google bevorzugen
Das lange Jahre mit dem größten Marktanteil am Ausbau der Windkraft in Deutschland führende Auricher Unternehmen ist gemäß jetzt bekannt gegebener Bilanz nach Jahren wieder zurück in den schwarzen Zahlen. Wie Enercon am Montag verbreitete, haben die Ostfriesen nach zum zweiten Mal in Folge 16 Prozent mehr Konzernumsatz im Kerngeschäft und fast 190 Millionen Euro Zuwachs im Geschäftsergebnis Ebit ein Plus von 12 Millionen Euro erreicht. Die genau 11,99 Millionen Euro plus nach Abschreibungen, Zinsen und Steuern folgten auf ein noch bilanzielles Minus von 2024 mit damals -177,91 Millionen Euro. Immerhin hatte Enercon im vorvorigen Jahr erstmals schon wieder im bereinigten operativen Geschäft schwarze Zahlen geschrieben mit einem positiven Ergebniswert im sogenannten Ebitda. Der Konzernumsatz bei Entwicklung, Produktion und Vertrieb der Windenergieanlagen sowie bei Instandhaltungs- und weiteren Dienstleistungen an den Turbinen legte nach 3,83 Milliarden Euro 2024 auf nun 4,45 Milliarden Euro zu.
„Für mich besonders erfreulich dabei ist: Wir haben unsere Zielsetzungen für Ergebnis-, Umsatz und Margen übererfüllt“, sagte Enercon-Chef Udo Bauer. Der im internationalen Wirtschaftsdeutsch als CEO fungierende oberste Manager des Unternehmens hatte die Geschäftsführung in Aurich 2024 übernommen. Auch Enercons Finanzchef Michael Jaxy, seit 2022 in der Geschäftsführung und zudem als Chief Restructuring Officer (CRO) für die wirtschaftliche Erholung bei dem Unternehmen zuständig, lobte den Geschäftsabschluss als bedeutenden Moment: „ENERCON hat die strukturellen Herausforderungen gemeistert. Mit der Rückkehr in die Gewinnzone konnte ein deutliches Signal für die Wirksamkeit des mehrjährigen Turnaround-Prozesses gesetzt werden. Der angestrebte Konzernüberschuss wurde erreicht.“
Auch die Auftragseingänge deuten bei Enercon auf einen anhaltenden Aufwärtstrend hin. So meldet das Unternehmen ein Plus von 40 Prozent im Vergleich zu „den Vorjahren“ bei den festen Bestellungen. 2025 habe Enercon 5,85 Milliarden Euro davon verbucht. Nun seien die Auftragsbücher „bis 2028 gefüllt“, bilanzierte CEO Bauer. Allerdings erreichte der Zubau neuer Erzeugungskapazität im vergangenen Jahr kaum mehr einen höheren Wert als im Vorjahr: Mit 2,785 Gigawatt (GW) nahmen die Enercon-Kunden 2025 ähnlich viel neu in Betrieb wie mit 2,776 GW noch 2024. Am meisten installierte Enercon in Deutschland mit 1,594 GW, was 30 Prozent des hiesigen Zubaus neuer Erzeugungskapazitäten an Land entsprach. In Europa bestätigte Enercon einen Marktanteil von mehr als 15 Prozent: 15,5 Prozent waren es 2025 im Vergleich zu 15,1 Prozent Anteil im Jahr davor.
Enercons Trendwende nach mehreren wirtschaftlich schwierigen Jahren, die auch mit dem Verlust der einst dauerhaften Marktführerschaft in Deutschland im Jahr 2019 einhergegangen waren, erfolgte ausweislich der inzwischen stark anziehenden Verkaufszahlen neuer großer Turbinenmodelle des Unternehmens nach mehreren technologischen Reformen am Turbinenmodell. Aus dem Konzept einer sehr großen eiförmigen Maschinenhausgondel mit internem großen Ringgenerator aus aufwändig verlegten Kupferspulen wurde in mehreren Reformabschnitten ein Modell mit mehr Gleichbauteilen für verschiedene Leistungsklassen, transportfreundlicherer Containerbauweise, einem Generator aus Industrie-Fertigteilefertigung – der zuletzt zudem seine Gestalt durch eine teilbare Bauweise und einen großen Luftspaltradius nochmals änderte. Die Design-Reformen in Verbindung zudem mit einer neuen Modulbauweise senkten die Kosten und erlaubten Enercon, schneller Nennleistungen und Rotorgrößen im Wettbewerb mit anderen Turbinenbauern zu erhöhen.
Das jüngste Anlagenmodell E-175 mit inzwischen 7,0 Megawatt (MW) Nennleistung und 175 Meter Rotordurchmesser erweist sich als Treiber des neuen Erfolgs. „Diese Entwicklung beruht insbesondere auf dem neuen Topmodell E-175 EP5“, teilte Enercon mit. „Mit diesem Anlagentyp sind wir wieder vorne mit dabei“, sagte Enercon-CEO Udo Bauer. „Auch unser Service ist in der Branche Benchmark und eine stabile Säule unserer geschäftlichen Aktivitäten.“
Ebenfalls als Erfolgsgrundlage wertet Enercon die Erweiterung des Geschäfts dahin, „als Lösungsanbieter für das Erneuerbare-Energie-Ökosystem“ tätig zu sein. Enercon will den Kunden bei Energiespeicher- oder Energieumwandlungsvorhaben unterstützen.