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Raiffeisenbank baut friesisches Windkraft-Epizentrum

Es wird ein rekordverdächtiger Windparkgroßbau in drei Akten: In den lose aneinanderliegenden Außengebieten rings um das Örtchen Lorup – die Gebiete Hassmoor, Mammoor und Glümmel – werden gemäß dem jetzt unterzeichneten Windparkliefervertrag in der entsprechenden Reihenfolge 12, 9 und 4 Windenergieanlagen in die Höhe wachsen. Hauptpartner des Großprojekts sind das Auricher Windturbinenbauunternehmen Enercon und die von der örtlichen Raiffeisenbank Lorup schon 1999 ausgegliederte Projektierungsgesellschaft RBI Raiffeisen Bauträger- und Immobilien GmbH.

Enercon liefert dafür die Anlagen des neuesten Typs E-175 EP5 E2 mit 7,0 Megawatt (MW) Nennleistung. Technologisch handelt es sich hierbei um einen Generator mit Außenläufer – einem halbmeterdünnen äußeren drehenden Generatorring um einen Luftspalt mit dem großen Radius von 9,5 Metern um den stehenden Innenteil des Generators. Der große Radius bewirkt, dass sehr viele Antriebsmagnete im Generatorkreis drehen und dadurch auf einen sehr hohen Drehmoment kommen, um die Nennleistung ohne zu viel Generatormasse zu erreichen. Zugleich ist der Generator aus logistischen Gründen in der Mitte geteilt – die Enercon-Bauteams montieren ihn zwischen Naben und Maschinenhaus direkt oben auf dem spezifischen Maschinenträger. Somit kommen die drei Teilwindparks auf Erzeugungskapazitäten von 84, 63 und 28 MW. Außerdem planen die Partner bereits eine Windparkerweiterung mit weiteren sechs Anlagen desselben Maschinentyps, mit daher 42 MW.

Der Start der Bauarbeiten ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen. Die Errichtungen finden auf bereits mit vielen Altanlagen bestückten Flächen statt, die die Projektierungsgesellschaft zumindest teilweise schon vorher abgebaut hat. So hatte Enercon zuletzt 2024 und 2025 schon 17 Altturbinen demontiert und 10 Anlagen vom vorigen Typ der Anlage E-175 mit noch sechs Megawatt Nennleistung in dem Gebiet um Lorup neu errichtet. So könnten die neu errichteten E-175 beider Leistungsklassen mit 6 und 7 schließlich auf eine Erzeugungskapazität rings um Lorup von mehr als 275 MW kommen.

Die Projektierungstochter RBI der Loruper Raiffeisenbank hat bereits mit dem jüngsten Repowering bisher 70 Anlagen mit zusammen 338 MW verwirklicht. Die RBI-Projektierungen banden bisher Kapitalbeteiligungen von Bürgerinnen und Bürgern ein.