Am Produktionsstandort für Nutzfahrzeuge im polnischen Gliwice hat der Autohersteller Stellantis einen riesigen Solarcarport in Betrieb genommen. Die Anlage hat eine Leistung von sechs Megawatt und kann an sonnigen Tagen zusammen mit einer Freiflächenanlage von ebenfalls sechs Megawatt das Nutzfahrzeugwerk komplett versorgen. „Mit dieser Investition steigern wir die Energieunabhängigkeit unseres Werks erheblich“, betont Grzegorz Buchal, Werkleiter von Stellantis in Gliwice. „Die Zwölf-Megawatt-Photovoltaikanlage deckt rund 25 Prozent des jährlichen Energiebedarfs und reduziert die CO2-Emissionen um mehr als 5.000 Tonnen pro Jahr“, sagt er.
1.200 Stellplätze solar überdacht
Die Anlage ist aber nicht nur gut für den Eigenverbrauch. Denn sie schützt auch die nagelneuen Nutzfahrzeuge, die in Gliwice vom Band rollen, bis zur Auslieferung vor ungünstigen Witterungsbedingungen. Insgesamt 1.200 Stellplätze auf dem Auslieferungsparkplatz wurden mit Solarmodulen überdacht. „Wir sind stolz darauf, ein umfassendes Dekarbonisierungsprogramm für den Stellantis-Konzern umzusetzen, das parallel in fünf Märkten realisiert wird: in Polen, Deutschland, Italien, der Slowakei und Serbien“, sagt Piotr Grzybczak, Geschäftsführer von Quanta Energy.
Der Solarprojektierer hat die Anlage gebaut. Piotr Grzybczak kennt die Vorteile solcher Projekte für Gewerbe- und Industriebetriebe. „On-Site-Anlagen bieten unserem Partner einen entscheidenden Vorteil, den keine andere Lösung gewährleistet: reale Kontrolle über die Energiekosten“, erklärt er. „In diesem Modell wird die Energie genau dort verbraucht, wo sie erzeugt wird – ohne Nutzung des öffentlichen Netzes und ohne zusätzliche Verteilkosten, die heute einen wesentlichen Anteil an den Energiekosten ausmachen.“
Weitere Anlagen geplant
Das Projekt ist eine immer noch seltene Anlage, die für große Fahrzeuge gebaut wurde. Es ist nicht die letzte Anlage dieser Art, die Stellantis in Zusammenarbeit mit Quanta Energy bauen wird. Denn die Installation ist Teil eines umfassenderen Investitionsprogramms des Konzerns, das den Bau von Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von nahezu 58 Megawatt an vier Standorten in Polen umfasst.
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Bau bei laufendem Betrieb
Der Bau der Anlage war nicht einfach. Denn die Umsetzung eines Projekts dieser Größenordnung auf dem Gelände eines voll in Betrieb befindlichen Automobilwerks stellte eine erhebliche logistische Herausforderung dar. Schließlich verlassen jeden Tag hunderte neu produzierte Fahrzeuge das Werk auf dem Weg zu Kunden in ganz Europa. Deshalb erforderte das Projekt eine präzise Koordination, große Detailgenauigkeit und ein Höchstmaß an Professionalität aller beteiligten Teams von Stellantis und Quanta Energy.
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Energiemanagement steuert vier Quellen
Die gesamte Photovoltaikanlage wird durch ein fortschrittliches, KI-basiertes Energiemanagementsystem gesteuert. Dieses optimiert die Energieflüsse aus vier verschiedenen Quellen. Denn neben den beiden Photovoltaikanlagen ist noch eine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage installiert. In der nächsten Phase baut Stellantis noch einen Batteriespeicher mit einer Leistung von fünf Megawatt und einer Kapazität von zehn Megawattstunden. Dies erhöht nicht nur die Flexibilität, sondern auch die Versorgungssicherheit. Dazu kommt noch das Stromnetz als vierte Quelle.
Wie Sie auf einfache Art und Weise einen Parkplatz mit einer solaren Überdachung nachrüsten, lesen Sie in der nächsten Ausgabe von ERNEUERBARE ENERGIEN. Falls Sie noch kein Abo haben, können Sie hier reinschnuppern.