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Kroatien hat 2025 knapp ein halbes Gigawatt neue Solarstromleistung installiert

Wie der kroatische Verband für erneuerbare Energien (OIEH) mitteilt, verzeichnete die Solarbranche des Landes im Jahr 2025 ein deutliches Wachstum. So gingen von Dezember 2024 bis Dezember 2025 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 417 Megawatt neu ans Netz. Damit steigt die Leistung aller installierten Solaranlagen in Kroatien auf 1,255 Gigawatt. „Sollte sich der aktuelle Trend fortsetzen, könnte die Solarenergie Anfang 2026 erstmals die installierte Leistung der Windkraftanlagen übertreffen“, prognostizieren die Branchenvertreter in Zagreb.

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Die meisten neuen Anlagen entstanden auf Gewerbe- und Industriedächern. Inzwischen sind Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1,136 Gigawatt in diesem Segment installiert, wie das Portal Bolja Energija auf Basis der Zahlen von OIEH mitteilt. Diese Anlagen haben den Vorteil, dass die Gewerbebetriebe den größten Teil des Stroms vor Ort verbrauchen. Diese Solargeneratoren sind zudem an die regionalen Verteilnetze angeschlossen.

Solarparkpläne liegen auf Eis

Dies ist ein Vorteil gegenüber den großen Solarparks, die ans Hochspannungsnetz angeschlossen werden müssen, wenn sie 10 Megawatt Leistung überschreiten. Das Nadelöhr dabei ist, dass bisher niemand weiß, wie viel ein solcher Netzanschluss kostet. Zwar hat die Regierung in Zagreb schon auf Druck der EU-Kommission signalisiert, dass keine Gebühren für den Netzanschluss anfallen sollten. Doch die endgültige Entscheidung fällt die kroatische Energieregulierungsbehörde HERA. Diese steht bisher noch aus. Deshalb liegen die bereits geplanten großen Solarprojekte mit einer Gesamtleistung von 3,5 Gigawatt immer noch auf Eis.

45 Ökostromprojekte in Kroatien stehen auf der Kippe

Das Portal Bolja Energija geht von einer bisher installierten Solarparkleistung in Höhe von 119 Megawatt aus. Im vergangenen Jahr entstanden nur zwei neue Solarparks mit einer Leistung von 9,9 und 7,6 Megawatt.

Net-Metering ist ausgelaufen

Der Markt für kleinere Solaranlagen für Privatgebäude ist derzeit im Umbruch. Denn zum Jahreswechsel wurde die bisherige Net-Metering-Regelung aufgehoben. Bisher konnten die Betreiber solcher privaten Dachanlagen ihren überschüssigen Strom ins Netz einspeisen und kostenlos Strom aus dem Netz bis zur Höhe des eingespeisten Stroms wieder aus dem Netz nutzen. Doch mit dem Ende dieser Regelung wird der Überschussstrom ab 2026 zu einem geringen Preis vergütet, was die weitere Entwicklung dieses Segments verlangsamen könnte, befürchten die Branchenvertreter vom OIEH.

Kroatien müht sich in Richtung Energiezukunft

Einen Schub könnte es aber in Zukunft durch die steigenden Strompreise geben. Denn die kroatische Regierung lässt die Subventionen aus der Energiekrise auslaufen, die Privathaushalten einen sehr niedrigen Strompreis bescherten. Dadurch wird die Solarenergie wieder interessant und die geringe Vergütung könnte den Markt für Stromspeicher in Kombination mit der Solaranlage beleben.

Zubauziel erst zur Hälfte erreicht

Das ist auch dringend notwendig – zusätzlich zum schnelleren Ausbau von großen Solarkraftwerken. Denn das Ausbauziel bis 2030 der Regierung liegt bei 2,382 Gigawatt. Damit müsste in Kroatien in den nächsten vier Jahren so viel Solarstromleistung installiert werden, wie bisher schon ans Netz angeschlossen ist.