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PV Austria lenkt den Blick auf den zukünftigen Ausbau der Photovoltaik

Der Bundesverband PV Austria gibt gemeinsam mit der österreichischen Technologieplattform Photovoltaik (TPPV) die erweiterten Ausbauziele für die Alpenrepublik aus. „Es ist an der Zeit, Klarheit zu schaffen und einen zeitlichen sowie kapazitätsbezogenen Plan in die Strominfrastruktur zu integrieren“, sagt Herbert Paierl, Vorstandsvorsitzender von PV Austria, auf der Herbsttagung der beiden Verbände in Graz. „Wir müssen jetzt schon konsequent den zukünftigen Ausbau bis 2040 in den Blick nehmen, der die Verzehnfachung der jetzigen Sonnenstromproduktion bedeutet.“

Sektorkopplung schon jetzt mit einrechnen

Denn bisher produzieren die österreichischen Solaranlagen jedes Jahr vier Terawattstunden Sonnenstrom. Das ist ein Anteil von sieben Prozent der Stromproduktion in der Alpenrepublik.

Gemeinsam mit Hubert Fechner, Obmann der TPPV, hat Paierl die Zahlen vorgestellt, die als nächstes Zubauziel schon jetzt in den Blick genommen werden müssen. Mit dem Ausbau der Photovoltaik bis 2030 auf eine Erzeugungskapazität von 21 Terawattstunden ist nicht das Ende erreicht. Dies ist nur die Sonnenstrommenge, die Österreich braucht, um die Stromerzeugung klimaneutral zu machen. Hier ist aber die Sektorkopplung und die Dekarbonisierung nicht eingerechnet. Damit Österreich die komplette Klimaneutralität auch in den Bereichen Verkehr, Wärme, Industrie und Landwirtschaft erreichen kann, müssen bis zum Jahr 2040 Solaranlagen gebaut werden, die jedes Jahr 41 Terawattstunden Sonnenstrom erzeugen können.

Branche kann Zubau stemmen

Herbert Paierl ist überzeugt davon, dass die österreichische Solarbranche diesen Ausbau stemmen kann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Er verweist dazu auf die Steigerung der Zuabauzahlen in den letzten Jahren. „Die Branche hat es geschafft, den Zubau von 300 Megawatt im Jahr auf ein Gigawatt im vergangenen Jahr anzuheben und wir schaffen auch den nächsten Schritt“, betont Paierl.

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Dazu müsse das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) an die Realität angepasst werden. Diese sieht das Ziel von 13 Terawattstunden bis 2030 vor. Schon dieses Ziel ist aber viel zu gering bemessen, wie die realistischen Ausbauszenarien von PV Austria zeigen. Diese basieren auf den Berechnungen, die bei der Entwicklung des Integrierten Netzinfrastrukturplans für Österreich (ÖNIP) erstellt wurden.

30 Prozent Sonnenstrom ist das Ziel

Sie gehen gegenüber dem EAG-Plan schon von acht Terawattstunden mehr aus, um den Anteil der Photovoltaik an der Stromerzeugung auf 20 Prozent zu steigern. Schließlich findet die Sektorenkopplung jetzt schon statt, was zu einem höheren Strombedarf bis 2030 führt. Aufgrund der weitere Elektrifizierung wird der Stromverbrauch weiter steigen. Damit die Photovoltaik unter diesen Bedingungen bis 2040 den Anteil von 30 Prozent an der Stromerzeugung erreicht, muss der Zubau auf 41 Terawattstunden angehoben werden. „Das sind keine unverbindlichen Berechnungen, sondern die fixen Ziele, die wir erreichen müssen, wenn wir endlich raus wollen aus Erdöl und Erdgas“, sagt Herbert Paierl. „Unter den jetzigen Rahmenbedingungen wird das aber nicht klappen können. Bund, Länder und Gemeinde müssen beim Photovoltiakausbau endlich runter von der Bremse.“

Unterstützung für heimische Hersteller

Dazu ist auch der Aufbau einer heimischen Produktion von Solarkomponenten, um diesen Ausbau nicht von China abhängig zu machen. Hubert Fechner von der TPPV verweist darauf, dass in Österreich als einem kleinen europäischen Land immerhin schon vier Modulhersteller beheimatet. „Wir haben also schon eine starke Industrie. Das gilt es auszubauen“, sagt Hubert Fechner.

Dazu seien weitere Ansiedlungen von Herstellern notwendig inklusive einer entsprechenden industriepolitischen Unterstützung. Fechner verweist als gutes Beispiel, wie so etwas gelingen kann, auf das Interessenbekundungsverfahren des deutschen Wirtschaftsministeriums. Hier können sich potenzielle und schon existierende Hersteller um Investitionsbeiträge zum Auf- und Ausbau von Produktionsstätten bewerben.

Kunden europäische Module zeigen

Aber auch das Image europäischer und österreichischer Produkte muss besser werden. Nicht allein der Preis darf zählen, sondern auch weitere Kriterien wie Umwelt- und Sozialstandards. Hier sind aber auch die Installationsbetriebe gefragt. „Denn die Frage ist, wie schaffen wir es, den Mehrwert europäischer Produkte ins Bewusstsein der Kunden zu bringen“, erklärt Hubert Fechner. „Die meisten Kunden fragen nicht nach, woher die Module kommen, weil sie davon ausgehen, dass diese selbstverständlich aus China kommen.“ Dies muss sich ändern. Dann wird es auch einen Markt für europäische Module geben.

Vorrang für heimische Komponenten

Aber auch die Einführung des Vorrangs europäischer Komponenten bei öffentlichen Ausschreibungen im Rahmen von Photovoltaikprojekten können der heimischen Produktion auf die Sprünge helfen. Dies gilt auch für einen Bonus in der Förderung, wenn Module und andere Komponenten aus europäischer Herstellung eingesetzt werden. Hubert Fechner fordert zudem noch mindestens 30 Millionen Euro pro Jahr für die heimische Photovoltaikforschung. (su)