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Die Preise für Solarmodule sind zum ersten Mal in diesem Jahr in einigen Segmenten gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Das geht aus den aktuellen Daten des Onlinehändlers für Solarkomponenten PV Xchange hervor. Die Veränderungen sind zwar sehr gering, doch immerhin sind die Kosten nicht mehr ausschließlich gestiegen.
So haben die Großhändler und Hersteller die komplett schwarzen Module in den vergangenen vier Wochen fast zum gleichen Preis wie im Vormonat angeboten. PV Xchange gibt den Preis zwar mit 16 Cent pro Watt an, also ein halbes Cent weniger als im Mai. Doch die Schwankungen sind allenfalls unterhalb der Wahrnehmungsgrenze, wie es Geschäftsführer Martin Schachinger formuliert.
Back-Contact-Module auf dem Wohnhausdach
Er führt diese Entwicklung in diesem Segment auf die gute Verfügbarkeit der schwarzen Module zurück, was auf den Preis drückt. Einzig bei den rückseitig kontaktierten Modulen mit einer Effizienz von mehr als 24 Prozent übersteigt die Nachfrage noch das Angebot. „Da diese Technologie im Gesamtmarkt aber noch eine untergeordnete Rolle spielt, fallen Preisanpassungen dort im Index nicht sonderlich ins Gewicht“, erklärt Martin Schachinger. „Das Nischendasein der Back-Contact-Zellen und -Module dürfte allerdings in naher Zukunft ein Ende haben“, ist er sich sicher. „Fast alle größeren Produzenten aus Asien beschäftigen sich mit dieser Technologie und werden in den kommenden Monaten entsprechende Produkte auf den europäischen Markt einführen.“
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Martin Schachinger verweist auf die Sortimente der Hersteller auf der Intersolar im Juni in München. Dort präsentierte fast jeder Hersteller solche Module auf dem Stand. Sie werden aber vor allem für Anlagen auf Dächern von Wohngebäuden eingesetzt. „Das Interesse für diese Produkte ist zumindest im Kleinanlagensegment riesig, da die Module nicht nur hohe Wirkungsgrade aufweisen, sondern auch mit einer nahezu perfekt schwarzen Optik punkten können“, sagt Schachinger. Deshalb werden sie auch nur einen begrenzten Markt abdecken. Zudem gibt es zwischen den einzelnen, meist chinesischen Herstellern noch einige Patentstreitigkeiten zu den Produktionsverfahren der Module.
Viele Investitionsmittel sind geflossen
Die großen Anlagen werden weiterhin mit Standard- oder hocheffizienten Modulen mit modernen Zelltechnologien und einem Wirkungsgrad von mehr als 23 Prozent gebaut. In diesem Bereich ist die Entwicklung gegenläufig. Denn während die Preise für die Standardmodule um einen halben Cent auf 13,5 Cent pro Watt gestiegen sind, gingen die Preise für die hocheffizienten Module um den gleichen Betrag zurück. Sie wurden in den vergangenen vier Wochen für durchschnittlich 14,5 Cent pro Watt gehandelt.
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Hier stellt sich die Frage, ob die Hersteller der effizienten Module tatsächlich ebenfalls flächendeckend auf die rückseitig kontaktierten Module umsteigen werden. Martin Schachinger ist sich sicher, dass das nicht geschehen wird. „Denn für viele Firmen lohnt sich die Umstellung ihrer gerade für Topcon-Produkte optimierten Produktionslinien nicht, da dies größere Umbauten und damit hohe Investitionen erfordert“, erklärt der PV-Xchange-Chef. „Unter diesen Umständen setzen viele Produzenten weltweit schon auf die nächste Evolutionsstufe der Zell- und Modultechnologieentwicklung: die Perowskite.“
Perowskitmodule für Ende 2027 im Massenmarkt erwartet
Diese Technologie ist vielseitiger als die Back-Contact-Module. „Denn dieser Baustoff für neue Dünnschichtzellen eignet sich für transparente Module im Gebäudebereich ebenso wie im Tandem mit kristallinen Zellen für Hocheffizienzmodule für Dach- und Freiflächenanwendungen“, sagt Schachinger. „Die Physik verspricht dabei traumhafte Wirkungsgrade jenseits der 30-Prozent-Marke. Allerdings ist die Produktion sehr aufwendig und die Stabilität der Perowskitschicht noch nicht in ausreichendem Maße gewährleistet“, benennt er die Hürden. So führen bisher noch nicht vollständig erforschte Effekte zu einer erhöhten Degradation unter bestimmten klimatischen Bedingungen.
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Das ist immer noch eine Hürde für die Massenanwendung solcher Module, auch wenn einige Hersteller erste Module mit dieser Technologie auf der Intersolar gezeigt haben. Der Hersteller Oxford PV wird auch erste Kunden mit dieser Technologie aus seinem Werk in Brandenburg/Havel beliefern. Zudem gibt es in Europa viele wissenschaftliche Institute und Hersteller, die an dieser Technologie forschen und auf deren breite Markteinführung hinarbeiten. Martin Schanchinger geht davon aus, dass spätestens Ende 2027, Anfang 2028 die ersten im Markt frei verfügbaren Massenprodukte mit Perowskittechnik erhältlich sind.
Produktionslinien wieder angeworfen
Da es bis dahin noch etwas dauert, müssen die Hersteller ihre Investitionen in bestehende Produktionsanlagen schnell amortisieren, um das Geld für Neuentwicklungen zu verdienen. „Durch die große Nachfrage nach immer höheren Leistungsklassen, die durch die oben beschriebenen Technologiesprünge auch zunehmend verfügbar sind, steigt der Druck auf die Hersteller, etwa ihre laufend modernisierten Topcon-Linien so gut wie möglich auszulasten“, erklärt Schachinger. „Die in der Vergangenheit zur Preisstabilisierung angeordnete Kapazitätseinschränkung durch Produktionsstilllegungen führt wiederum zu Verlusten aufgrund von Verzinsung des quasi-toten Kapitals. Solche Maßnahmen lassen sich demzufolge nicht allzu lange durchhalten.“
Deshalb müssen die Hersteller die bestehenden Linien gerade wieder hochfahren und auslasten. „Dies führt bei stagnierendem oder nur leicht wachsendem Markt zu Überproduktion und Preisverfall“, beschreibt der PV-Xchange-Chef die Dynamik. „Dementsprechend wird es aller Wahrscheinlichkeit nach in diesem Jahr zu keinem weiteren Preisanstieg mehr kommen, zumindest nicht bei Topcon-Modulen“, prognostiziert er. Damit begründet er auch, dass sich die Preise dieser Module gerade wieder stabilisiert haben – mit einer Tendenz zu leichtem Nachgeben. „Die höhere Nachfrage bei gleichzeitig knappem Angebot bei Modulen mit rückseitenkontaktierten Zellen hingegen dürfte dort zu stabilen bis zu leicht steigenden Preisen führen. „Die Preisschere zwischen Modulen für kleinere private Dachanlagen und gewerblichen Dach- und Freiflächenanlagen wird also wieder auseinander gehen“, ist sich Schachinger sicher.