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US-Solarfirma greift zu: Swift Solar sichert sich Meyer-Burger-Technologie

Der US-amerikanische Solar-Technologieanbieter Swift Solar hat wesentliche Anlagen und Patente der insolventen deutschen Meyer-Burger-Gesellschaften übernommen. Mit dem Kauf sichert sich das Unternehmen Zugang zu modernsten Produktionssystemen für Solarzellen und stärkt seine Position im globalen Wettbewerb um besonders effiziente Solartechnologien.

Konkret erwarb Swift Solar eine große Solarzellen-Produktionsstraße im Gigawatt-Maßstab am Standort Bitterfeld-Wolfen sowie eine neuartige Fertigungsanlage, die am Meyer-Burger-Technologiestandort Hohenstein-Ernstthal entwickelt wurde. Ergänzt wird der Deal durch ein umfangreiches Patentportfolio, das für den Bau weiterer Produktionssysteme dieser Art erforderlich ist.

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Das 2017 gegründete Unternehmen Swift Solar zählt zu den führenden Entwicklern von Perowskit-Silizium-Tandemzellen, einer Technologie, die deutlich höhere Wirkungsgrade als herkömmliche Solarmodule ermöglichen soll. Die Gründer stammen aus renommierten US-Universitäten wie Stanford und dem MIT; das US-Magazin Time listete das Unternehmen bereits unter den führenden Green-Tech-Firmen der USA.

Für Swift Solar ist die Meyer‑Burger‑Technologie interessant. Meyer Burger setzt auf Heterojunction‑Siliziumzellen (HJT). HJT kombiniert kristallines Silizium mit amorphen Siliziumschichten. Dadurch entstehen sehr geringe Rekombinationsverluste und hohe Spannungen. Industrielle Effizienz: etwa 23 bis 25 Prozent bei Zellen. HJT gilt als eine der besten Basistechnologien für Perowskit‑Tandemzellen.

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Der Verkauf erfolgte im Rahmen des Insolvenzverfahrens der deutschen Meyer-Burger-Gesellschaften, die Mitte 2025 Insolvenz angemeldet hatten. Insolvenzverwalter Lucas F. Flöther sowie Reinhard Klose hatten anschließend weltweit nach Investoren gesucht, um zumindest Teile der Technologie und Produktionskapazitäten zu erhalten.

„Mit dem Verkauf der Produktionsstraße in Bitterfeld-Wolfen ist es gelungen, diese wertvolle Anlage als Ganzes zu erhalten“, erklärte Reinhard Klose nach Vertragsabschluss. Die Anlage gehöre zu den modernsten Solarzellen-Fertigungen weltweit.

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Auch Flöther sieht im Käufer eine strategisch passende Lösung: Der Verkauf an einen westlichen Technologiekonzern stelle sicher, dass die entwickelte Technologie weiter genutzt und weiterentwickelt werde. Gerade im internationalen Wettbewerb um leistungsfähige Solarmodule seien innovative Anbieter entscheidend.

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Über die Höhe des Kaufpreises sowie weitere Vertragsdetails wurde zwischen den Parteien Stillschweigen vereinbart. Bei der Transaktion wurden Meyer Burger und die Insolvenzverwalter von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beraten.