Mit weniger Anlagen deutlich mehr Strom erzeugen: Im sachsen-anhaltischen Löberitz setzt die VSB Gruppe auf Repowering als Schlüssel für die nächste Ausbaustufe der Energiewende. Fünf bestehende Windenergieanlagen werden durch drei moderne Anlagen des Typs Vestas V172-7.2 ersetzt. Trotz der geringeren Anlagenzahl steigt die installierte Leistung von bislang 4,25 Megawatt auf 21,6 Megawatt. Der erwartete Jahresertrag erhöht sich auf rund 65,7 Gigawattstunden – nahezu das Zehnfache der bisherigen Stromproduktion. Die Inbetriebnahme des modernisierten Windparks ist für 2027 geplant.
Für die VSB Gruppe ist das Projekt ein Beispiel dafür, wie sich bestehende Standorte effizient für die Anforderungen eines klimaneutralen Energiesystems weiterentwickeln lassen. „Repowering ist einer der effizientesten Hebel für den beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren in Europa“, sagt Felix Grolman, CEO der VSB Gruppe. Vor dem Hintergrund des EU Green Deal und der REPowerEU-Initiative gehe es dabei nicht nur um zusätzliche Kapazitäten, sondern ebenso um Energiesicherheit und Resilienz. Durch die Modernisierung bestehender Standorte lasse sich die Stromproduktion deutlich steigern, während vorhandene Netzinfrastrukturen optimal genutzt würden.
Auch Thomas Winkler, Geschäftsführer der VSB Deutschland, sieht in Löberitz ein strategisch wichtiges Projekt. „Rund die Hälfte unserer deutschen Projektpipeline basiert auf Repowering. Die Weiterentwicklung bestehender Standorte ist der effizienteste Weg, nationale und europäische Ausbauziele zu erreichen“, betont er. In Verbindung mit Photovoltaik und Speichern entstünden leistungsfähige, integrierte Energiesysteme, die langfristig Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit vereinen.
Ein zentrales Merkmal des Standorts ist sein hybrider Ansatz. Der Windpark ist Teil des Hybridparks Löberitz, der Wind- und Solarenergie über einen gemeinsamen Netzanschlusspunkt zusammenführt. Ergänzt wird das Konzept durch eine Freiflächen-Photovoltaikanlage mit 19,99 Megawattpeak. Perspektivisch soll zudem ein Batteriespeicher integriert werden.
Solche Hybridparks gelten als nächste Entwicklungsstufe der erneuerbaren Energien. Die Kombination unterschiedlicher Erzeugungstechnologien ermöglicht eine bessere Auslastung der vorhandenen Netzinfrastruktur, gleicht wetterbedingte Schwankungen aus und sorgt für ein stabileres Einspeiseprofil. Gleichzeitig werden Netzengpässe reduziert und die Integration erneuerbarer Energien in das Stromsystem erleichtert.
Das Vorhaben in Löberitz ist eingebettet in die europaweite Wachstumsstrategie der VSB Gruppe. Das Unternehmen verfügt nach eigenen Angaben über eine Projektpipeline von mehr als 20 Gigawatt. Bereits 2025 wurde mit dem Windpark Elster eines der größten Repowering-Projekte Europas in Betrieb genommen: Dort ersetzten 16 moderne Windenergieanlagen insgesamt 50 Altanlagen und erzielen mehr als den sechsfachen Energieertrag. Parallel treibt VSB in Polen die Entwicklung eines 303-Megawattpeak-Photovoltaikparks mit Batteriespeicher voran, der künftig um eine Windkomponente erweitert werden soll.
Auch in Deutschland stehen weitere Projekte in den Startlöchern. Mehr als 800 Megawatt an Wind-, Solar- und Speicherkapazitäten befinden sich derzeit im Genehmigungsverfahren. Mit Projekten wie Löberitz will VSB einen wichtigen Beitrag leisten, um den Ausbau erneuerbarer Energien zu beschleunigen und die europäische Energieversorgung langfristig unabhängiger, stabiler und klimafreundlicher zu gestalten.