Foto: Aero Enterprise GmbH

Rotorblattinspektion

Vollwartung mit Drohne kann sich für Betriebsführer lohnen

Wie sieht eine kostenoptimierte, effektive Rotorblattinspektion aus? Experten erklären, warum sich die Drohneninspektion mehr und mehr durchsetzt.

Inhaltsverzeichnis

Nicole Weinhold

Kyriakos Kosmidis, Geschäftsführer der WKA und Sprecher der Business Unit ROBUR WIND, erklärt, welche unterschiedlichen Untersuchungsmethoden es beim Rotorblatt gibt.

Seilinspektion ist oft zeit- und personalintensiv. Gibt es eine Alternative?

Kyriakos Kosmidis: Die Rotorblattinspektion via Seilzugangstechnik ist eine durchaus sinnige Maßnahme. Die kostspieligen Komponenten in diesem Zusammenhang sind jedoch die mit der Erfassung von Blattschäden verbundenen zusätzlichen Anfahrten und Downtimes. Die WKA als Spezialist für Rotorblätter innerhalb der ROBUR WIND bietet eine Drei-Tages-Wartung an. Diese beinhaltet die Wartung der Rotorblätter inklusive Anfahrten, Material, Übernachtungskosten, Fahrten vor Ort und Kleinstreparaturen, die in dem Zeitfenster von drei Tagen mit untergebracht werden können. Es ergibt sich eine Kostenoptimierung, da wir mit der Bühne gleich vor Ort sind und somit keine neuen Reisekosten und Downtimes generieren.

Bieten Sie auch Drohnen-Inspektionen an? Welchen Vorteil haben diese?

Kyriakos Kosmidis: Innerhalb der letzten zwei Jahre hat sich die WKA auf eine drohnenbasierte Inspektion spezialisiert. Sie bietet besondere Vorteile - wesentlich ist jedoch ein schnelles und hoch qualifiziertes Ergebnis unter der Reduktion von Kosten und Mitarbeiterrisiko. Ein Mehrwert in Bezug auf den Lebenszyklus der Anlage ist vor allem aber die Reproduzierbarkeit von exakt den gleichen Bildern zu jedem Zeitpunkt, so dass sowohl die Qualität von Reparaturen als auch Entwicklungen von Schäden beobachtet werden können.

Die Drohnen können sehr nah am Rotorblatt operieren, was uns ein enorm hoch aufgelöstes RGB-Ergebnis liefert. Durch Kombination verschiedener Inspektionsmethoden bekommen wir ein allumfassendes und verlässliches Bild – meist schneller und günstiger als bei den herkömmlichen Methoden.

Rotorblätter weisen zunehmend Schäden auf. Welche Art Servicevertrag würden Sie speziell für die Rotorblätter empfehlen?

Kyriakos Kosmidis: Wir bieten einen Vollwartungsvertrag an, welcher regelmäßige Wartungen mit Inspektionen und Reparaturen, Wetterrisiken und dem benötigten Material für die Arbeiten beinhaltet. Dies bietet dem Kunden eine transparente und kontinuierliche Kostenstruktur. Vollwartungsverträge haben eine Mindestlaufzeit von fünf Jahren - individuelle Laufzeiten sind aber möglich. 

Web-Wegweiser: https://www.robur-wind.com/

Inspektion lieber öfter

Peter Kurt Fromme-Knoch und Robert Hormann, Geschäftsführung Aero Enterprise, die zur Buss Group GmbH gehört, erklären, warum es sich lohnt, regelmäßig nach dem Zustand der Rotorblätter zu schauen.

Bietet die Drohneninspektion Vorteile?

Peter Kurt Fromme-Knoch: Die Rotorblattinspektion kann von einem Industriekletterer durchgeführt werden, bodengestützt mit Kamera und Teleobjektiv oder luftgestützt per Drohne. Letztere liefert die besten Ergebnisse. Kletterer müssen bei drei Rotorblättern eine Fläche von 1.000 bis 2.000 Quadratmetern überprüfen. Dabei kann man leicht etwas übersehen.

Erkennt die Drohne alle Schäden?

Robert Hörmann: Jede der drei Techniken hat ihre Vor- und Nachteile. Die Drohne kann keine elektrische Blitzschutzmessung an den Blitzableitern der Rotorblätter durchführen. Dafür kann die Drohne wegen der Digitalisierung der Daten bei Wiederholungsinspektionen Schadensverläufe nachverfolgen und in die Zukunft extrapolieren, sodass eine vorausschauende Wartung möglich wird. Ein weiterer Vorteil ist der geringe Zeitaufwand: Während ein Kletterer sechs bis zwölf Stunden mit der Inspektion der Rotorblätter einer Anlage beschäftigt ist, benötigt die Drohne maximal eine Stunde. Sie kann zudem Offshore auch noch bei Windstärken von 14 Metern pro Sekunde hochwertiges Datenmaterial erzeugen, während für Kletterer bei zehn Metern pro Sekunde Schluss ist.

Werden die Daten von Ihnen aufbereitet?

Peter Kurt Fromme-Knoch: Der Kunde erhält einen fertigen Schadensreport, der qualitativ und quantitativ aufbereitet wurde, sodass er entsprechend der Schadensklassen genau sehen kann, um welche Art von Schaden es sich handelt. Unser System wird durch künstliche Intelligenz (KI) unterstützt. Das heißt, die Datenbank wird mit Schäden gefüttert und der Computer vergleicht diese mit bereits in der Datenbank vorhandenen Schäden.

Gibt es aktuelle Trends in der Inspektion?

Robert Hörmann: Aus einer kürzlich erstellten Umfrage konnten wir entnehmen, dass gerade Offshore viele Firmen die Inspektionsintervalle für ihre Windparks verkürzt haben. Statt der vorgeschriebenen Überprüfung alle vier Jahre Onshore lassen viele Unternehmen mittlerweile Offshore halbjährlich prüfen, weil die Belastungen der Anlagen um ein Vielfaches höher sind. Wir empfehlen regelmäßige Inspektionen: Onshore alle ein bis zwei Jahre und Offshore bis zu zweimal jährlich.  

Web-Wegweiser: https://www.aero-enterprise.com/

Dieser Text ist Teil eines Specials in unserem aktuellen Printheft. Dort finden Sie weitere Informationen rund um das Thema.

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