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Foto: Shell
Wandel der Ölmultis: Shell-Eco-Marathon heißt dieses Energieeffizienz-Rennen, dessen Fahrzeuge sehr wenig Sprit verbrauchen. 

Energiewende

Vom schwarzen Gold zur Windkraft 

Zunehmend steigen Ölkonzerne in die Meereswindkraft ein. Im Visier haben sie gerade neue Märkte, wo sie sich jetzt vordere Startplätze sichern.

Floating Offshore Kroatien

So plant nun offenbar die kroatische Öl- und Gas-Raffinierungs- und –Vertriebsgruppe Ina Industrija Nafte die Installation von Meereswindparks vor der kroatischen Küste. Gemäß einem Bericht der niederländischen Internet-Nachrichtenplattform Offshorewind.biz kündigte der für strategische Operationen zuständige Ina-Manager Hrvoje Glavaš im Rahmen der Online-Konferenz Energetika 2021 der Energiebranche am Dienstag, zur Diversifizierung des künftigen Geschäfts des eigenen Konzerns stehe der Einstieg in mehrere Erneuerbare-Energien-Erzeugungsfelder bevor. So werde die Ina-Gruppe zunächst erste Photovoltaikprojekte verwirklichen, aber auch Offshore-Windparks vor der kroatischen Küste anvisieren. Es gebe hier großes Potenzial zum Ausbau. Die Interessenbekundung erfolgte damit eine Woche, nachdem das kroatische Parlament die von der nationalen Regierung in Zagreb geplante Ausrufung einer sogenannten Ausschließlichen Wirtschaftszone im küstennahen Meer diskutiert hatte. Solche Zonen erlauben die Nutzung auch für Offshore-Windkraft, für die es in Kroatien bislang noch keine konkreten Pläne gab.

Floating auch vor Irland

Derweil einigte sich der niederländische Ölkonzern Shell mit dem irischen Offshore-Windpark-Entwicklungsunternehmen Simply Blue Energy über eine Übernahme von 51 Prozent der Projektgesellschaft für das Offshore-Windpark-Vorhaben Emerald. Dieses sieht die Installation eines schwimmenden Windparks mit der sehr großen Erzeugungskapazität von einem Gigawatt (GW) vor der Küste des nordwesteuropäischen Inselstaates vor. Zum Vergleich: Erste Offshore-Windparks in GW-Größe entstanden jüngst und entstehen derzeit vor Großbritannien, allerdings mittels der weniger aufwendigen Installation auf fest in den Seeboden gerammten Stahlrohrfundamenten. Schwimmende Windparks mit einer Stahlseilverankerung, die ab größeren Tiefen des Meeresbodens von mehr als 60 Metern zur erforderlichen Technologie werden, existieren bislang nur in installierten Größen von unter 30 Megawatt.

Große Pläne für Südkorea und Japan

Der bislang am weitesten im Offshore-Windkraft-Geschäft fortgeschrittene Investor unter den Ölkonzernen ist wohl das norwegische Unternehmen Equinor, dem bereits der 2017 eröffnete schwimmende 30-MW-Windpark Hywind vor der schottischen Küste gehört. Mit einer GW-Beteiligung am Offshore-Windpark-Projekt Doggerbank vor Großbritannien, mit Plänen für Offshore-Windparks in den USA oder auch vor Südkorea und Japan ist Equinor bereits eines der planerisch und technologisch führenden Unternehmen der Meereswindparkentwicklung. So scheute sich der norwegische Konzern im September vorigen Jahres auch nicht, mit dem britischen Wettbewerber im Ölbusiness, BP, eine Partnerschaft bei den eigenen US-Offshore-Windparkplanungen einzugehen. BP durfte zur Hälfte in die Equinor-Vorhaben einsteigen, Equinor leitet diese allerdings weiterhin an.

Schwimmende Parks auch vor Frankreich

Weitere Ölkonzerne wie nicht zuletzt Eni aus Italien, Total aus Frankreich oder PKN Orlen aus Polen haben bereits Projekte entweder in für die Offshore-Windkraft neuen nationalen Märkten wie Italien oder Polen in der Entwicklung – oder bereiten wie Total nicht zuletzt schwimmende Windparks vor Südkorea und Frankreich vor.

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