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Weiterer Großspeicher für sächsisches Verteilnetz in Betrieb genommen

Der Netzbetreiber Mitnetz hat im Großraum Leipzig bereits das dritte Batteriekraftwerk errichtet. Auch der neue Speicher in Groitzsch soll das Verteilnetz rund um die sächsische Großstadt stabilisieren. Ein weiteres Projekt ist bereits geplant.

Die Mitteldeutsche Netzgesellschaft (Mitnetz) treibt die Energiewende weiter voran. Das Unternehmen ist für den Betrieb des Verteilnetzes in großen Teilen Sachsens und im südlichen Sachsen-Anhalt verantwortlich. Hier kam es im Januar dieses Jahren in mehreren Bereichen zu starken Schwankungen der Netzfrequenz, die teilweise gefährliche Ausmaße angenommen haben. Um auch in Zukunft bei steigenden Anteilen volatil erzeugender Ökostromanlagen die Sicherheit des Netzes gewährleisten zu können, baut Mitnetz derzeit eine ganze Reihe von großen Speicherkraftwerke auf.

Direkt ins Umspannwerk gebaut

Die bereits dritte dieser Anlagen ist jüngst in Groitzsch, einer kleinen Stadt vor den Toren Leipzigs. Hier hat die Upside Group, ein Projektierer von Speicherkraftwerken mit Sitz im westfälischen Dülmen, ein neues Batteriekraftwerk aufgebaut. Die 18 Speichercontainer hat das Unternehmen auf dem Gelände eines Umspannwerkes in Groitzsch aufgebaut. Sie sind bis unter das Dach mit insgesamt 10.584 Blei-Carbon-Batterien gefüllt. Die können zusammen 25 Megawattstunden Strom zwischenspeichern. „Damit könnte man alle Haushalte der Gemeinde Groitzsch acht Tage mit Strom versorgen und so jede Windflaute überdauern – ein erster Schritt zur Verwirklichung der Vision einer energieautarken Versorgung mit selbsterzeugtem Strom”, beschreibt Rico Wojanowski, Prokurist der Upside, die Möglichkeiten.

Strom mit 50 Megawatt einspeiseh

In Groitzsch soll der Speicher aber Regelleistung liefern, um gemeinsam mit den beiden anderen Großspeicherprojekten von Mitnetz in Langenreichenbach und Bennewitz das 20-Kilovolt-Netz rund um Leipzig stabil zu halten. Das übernehmen mehrere Batteriewechselrichter und ein Hybridcontroler von SMA, die den gespeicherten Strom bei Bedarf innerhalb von Sekundenbruchteilen mit satten 50 Megawatt ins Netz zu drücken können, wenn dort die Frequenz zu weit unter die regulären 50 Hertz sinkt. Ist zu viel Strom im Netz, schaltet das Batteriekraftwerk ebenso schnell auf Laden um.

Speicher werden immer wichtiger

Um das Umzusetzen, wird der Speicher im Ruhezustand, also wenn das Netz stabil läuft, zur Hälfte gefüllt. Nur so kann er sowohl positive als auch negative Regelleistung liefern. „Gerade im Hinblick auf die wachsende Bedeutung der Elektromobilität und dem Beschluss zum zügigen Kohleausstieg gewinnt diese Aufgabe immer mehr an Bedeutung und ist inzwischen Grundvoraussetzung für die zuverlässige Energieversorgung”, betont Marc Reimer, Geschäftsführer der Upside Group.

Die Mitnetz hat auch schon das nächste Projekt im Visier. Ein weiteres Batteriekraftwerk im Großraum Leipzig hat die Upside Group im Auftrag des Netzbetreibers bereits geplant. Die Baugenehmigung für dieses Projekt mit einer Leistung von 16 Megawatt liegt schon vor. Die Inbetriebnahme ist für die ersten drei Monaten des Jahres 2020 geplant.

Inselnetz in der Karibik

PV mit Speicher spart eine Million Liter Diesel pro Jahr

Auf der kleinen Karibikinsel Saba hat die Photovoltaik die Stromversorgung tagsüber übernommen. Für ein stabiles Netz sorgt eine Mittelspannungsstation mit Speicher und Hybridcontroler. Sie ist zum Gehirn der Stromversorgung geworden.

Batteriekraftwerke

Der Zubau von Großspeichern nimmt weiter Fahrt auf

Die installierte Leistung großer, zentraler Speicher zur Netzstützung wird sich in nächster Zeit mehr als Verdreifachen. Vielversprechende Märkte sind neben den USA und Australien auch Großbritannien, Frankreich, Südafrika und Südkorea.

Netzstabilität

Wemag baut zusammengebrochenes Netz mit Batteriespeicher wieder auf

In einem praktischen Test hat die Wemag einen abgeschalteten Netzabschnitt mit dem eigenen Batteriekraftwerk wieder aufgebaut. Damit wurde der Beweis erbracht: Die Speicher sind schwarzstartfähig.

Regelleistungsmarkt

Speicher müssen nur noch 15 Minuten volle Leistung bringen

Um für den Primärregelleistungsmarkt zugelassen zu werden, müssen Speichersysteme nur noch 15 Minuten lang die gebotene Leistung liefern. Bisher verlangten die Übertragungsnetzbetreiber 30 Minuten die gesamte Leistung.