Foto: pixabay.com

Fossile Energien

5 aktuelle Katastrophen, die mit erneuerbaren Energien nicht passiert wären

Naturkatastrophen häufen sich derzeit in einem bisher nicht erreichten Ausmaß, dabei müsste es nicht so sein.

Inhaltsverzeichnis

Nicole Weinhold

Die Medien sind voll von Berichten über neue Naturkatastrophen. Oft finden diese nur noch auf der zweiten oder dritten Seite einer Tageszeitung Platz, weil die Corona-Pandemie die Menschen derzeit stärker beschäftigt. Dabei hat auch Bill Gates gerade erkannt, dass der Klimawandel durchaus schlimmer sein könnte als Covid-19. Der Microsoft-Gründer hatte allerdings bisher nicht die erneuerbare Energie als Lösung unseres Klimaproblems im Visier, sondern Geoengineering, was wiederum unkalkulierbare Veränderungen auf den Planeten bringt, auf die besser verzichtet werden sollte.

Was derzeit an Naturkatastrophen von der Öffentlichkeit nur am Rande verfolgt wird, ist nicht ohne und hängt mit einer immer noch verstärkt fossilen Energieversorgung zusammen. Der Klimawandel lässt sich nur mit einem 100-prozentigen Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energien aufhalten. Erdöl müsste nicht mehr transportiert werden, wenn Mobilität und Gebäudewärme von erneuerbaren Energien abgedeckt würden.

Fünf Beispiele für aktuelle Unglücke und Naturschäden:

1. Ölkatastrophe vor Mauritius

Ein japanischer Frachter war vor 14 Tagen vor der Südostküste von Mauritius auf Grund gelaufen. Bisher sind rund 1.000 Tonnen ausgetreten. 3.800 Tonnen Kraftstoff waren insgesamt an Bord. Die Regierung von Mauritius rief einen Umwelt-Notstand aus. Die Insel gilt als Taucherparadies.

2. Gletscherabbruch am Mont Blanc

Am Mont Blanc drohten Teile eines Gletschers abzubrechen. Die italienische Gemeinde Courmayeur in der Region Aostatal verfügte am 4. August 2020 die Sperrung von zwei kommunalen Straßen. Es drohten am Planpinceux-Gletscher rund 250.000 Kubikmeter Eis abzubrechen und als Eislawine niederzugehen. Diese Gefahr scheint vorerst gebannt. Die Regierung hat jedenfalls Entwarnung gegeben. Der Breiðamerkurjökull, ein Ausläufer des Vatnajökull – des größten Gletschers Islands –, ist ein anderes Beispiel für die zunehmende Gefahr durch Gletscherabbrüche. 2019 brach ein Stück ab und löste eine Flutwelle aus.

3. Hitzewelle über Europa

In ganz Mittel- und Westeuropa liegen die Temperaturen derzeit bei über 30 Grad. In einigen Ländern sogar weit darüber – in Frankreich etwa werden sogar bis zu 42 Grad erwartet. Die stetige Erderwärmung ist wohl eine der deutlichsten Auswirkungen der Klimakrise. Die Zahl der Hitzetoten steigt laut Ärzteblatt ab einer Wochenmitteltemperatur von circa 23° C exponentiell an: am stärksten bei den 75-bis 84-Jährigen und den über 85-Jährigen, aber auch in niedrigeren Altersgruppen. Tausende sind in den vergangenen Jahren allein in Deutschland an der Hitze gestorben.

4. Waldsterben und Waldbrände

Ein Großbrand in einem Wald bei Beilrode im Kreis Nordsachsen ist offenbar durch einen Güterzug ausgelöst worden. Das Feuer wurde auf einer Länge von neun Kilometern entfacht und hält derzeit hunderte Feuerwehrleute in Atem. Auf der Flucht vor einem heftigen Waldbrand an der französischen Mittelmeerküste mussten vor vier Tagen mindestens 2.700 Menschen die Nacht in Notunterkünften verbringen. Im Mai hatte es tagelang in der Nähe des Tschernobyl-Reaktors gebrannt, wodurch verseuchter Staub vom Boden aufgewirbelt wurde. Insgesamt brennt es durch die Trockenheit immer häufiger, größerflächig und länger. Australiens Waldbrände hielten die Menschen Ende 2019 über Monate in Atem.

Laut Statistischem Bundesamt stieg das Volumen des wegen Borkenkäferbefalls entfernten Schadholzes zwischen 2017 und 2019 auf 32 Millionen Kubikmeter, was etwa einer Versechsfachung entspricht. Die heimischen Wälder litten in den vergangenen Jahren unter Trockenheit und Hitzeperioden. Schädlinge wie der Borkenkäfer können sich in bereits geschwächten Bäumen besonders schnell vermehren.

5. Willkommen im Worst Case Szenario des IPCC

Um die Entwicklung des Weltklimas vorherzusagen, wurden für den 5. Sachstandsbericht des Weltklimarats IPCC vier Szenarien entwickelt. Deren Werte stehen jeweils für die Änderung der Energiebilanz der Erde. Das extremste Szenario war vielen Experten bisher zu negativ. Laut Woods Hole Research Center in Falmouth, Massachusetts, USA, soll dieses Worst-Case-Szenario der Realität nun allerdings am ehesten entsprechen. Die Erde würde sich damit in den nächsten hundert Jahren um 3,3 bis 5,4 Grad erwärmen.

Wollen Sie neue Erkenntnisse zum Klimawandel im Blick behalten? Dann abonnieren Sie doch unseren kostenlosen Newsletter! Hier können Sie sich anmelden.