Foto: ÃÂÃÂÃÂéFraunhofer ISE

Photovoltaikanlage

Agrophotovoltaikanlage bekommt Speicher

Baywa re hat für die Hofgemeinschaft Heggelbach einen großen Stromspeicher installiert. Damit kann der landwirtschaftliche Betrieb den Strom aus seiner Agrophotovoltaikanlage zum größten Teil selbst nutzen.

Die Hofgemeinschaft Heggelbach am Bodensee kann den erzeugten Solarstrom aus ihrer Agrophotovoltaikanlage jetzt auch speichern. Denn der Tübinger Anlagenplaner Baywa re hat einen großen Batteriespeicher zum Generator installiert, der schon seit zwei Jahren zuverlässig Strom liefert. Damit geht das Pilotprojekt in die zweite Phase. Denn die Projektpartner wollen nicht nur herausfinden, wie sich die Verschattung durch die Solarmodule in Mitteleuropa auf das Pflanzenwachstum und den landwirtschaftlichen Ertrag auswirkt. „Unser Ziel war es den Agrophotovoltaikstrom insbesondere für den relativ hohen Stromverbrauch des landwirtschaftlichen Betriebs in den frühen Abendstunden verfügbar zu machen“, beschreibt Peter Hussinger, Speicherexperte bei Baywa re Solar Projects, das zweite Ziel des gesamten Projekts.

Um das zu erreichen, wird der Speicher gebraucht, um den Strom, den die 720 bifacialen Solarmodule liefern, bis in den Abend hinein zwischenzulagern. Dann kann ihn die Hofgemeinschaft nutzen, auch wenn die Anlage keinen oder kaum noch Ertrag liefert. Auf diese Weise soll das Ziel erreicht werden, mindestens 70 Prozent des Stroms direkt zu verbrauchen. Die restliche Strommenge vermarkten die Elektrizitätswerke Schönau an ihre Kunden.

Kompromiss zwischen Eigenverbrauch und Kosten

Die Erhöhung des Eigenverbrauchs mussten auch die Planer von Baywa re bei der Auslegung des Systems im Blick behalten. „Bei der Konzeption des Systemdesigns galt es gleichzeitig einen Kompromiss zwischen optimaler Eigenverbrauchsquote und vertretbarer Investitionskosten zu finden“, sagt Peter Hussinger. Immerhin lieferte die Solaranlage mit ihren 194 Kilowatt Leistung im ersten Betriebsjahr 1.266 Kilowattstunden Strom. Bisher konnte die Hofgemeinschaft allerdings nur 40 Prozent der Energie selbst verbrauchen.

Mit 150 Kilowattstunden ist der Speicher ausreichend groß, um die üppige Strommenge aufzunehmen und sie der Hofgemeinschaft am Ende des Tage zur Verfügung zu stellen. So werden die Landwirte in Heggelbach auch das anvisierte Eigenverbrauchsziel erreichen und trotzdem die Investitionskosten im Zaum halten. „Durch den modularen Aufbau, die einfache Erweiterbarkeit sowie die lange Lebensdauer ist das eingesetzte Fenecon-Batteriesystem bestens für das Projekt geeignet“, erklären die Planer von Baywa re. „So kann der Landwirtschaftsbetrieb die Stromnutzung aus der Agrophotovoltaikanlage heute schon erhöhen und in einigen Jahren noch einmal erweitern.“

Flächennutzungseffizienz steigt um 60 Prozent

An dem Projekt sind neben Baywa re auch noch das Fraunhofer ISE, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Universität Hohenheim beteiligt. Die Anlage wurde auf dem Feld der Hofgemeinschaft Heggelbach im September 2016 in Betrieb genommen. Die ersten Ergebnisse, wie sich die Anlage auf die landwirtschaftliche Produktion auswirkt, liegen bereits vor. „Beim Kleegras ist der Ertrag im Vergleich zur Referenzfläche nur leicht um 5,3 Prozent reduziert”, fasst Petra Högy, Professorin und Agrarexpertin an der Universität Hohenheim, die Ergebnisse des ersten Jahres zusammen. „Bei Kartoffeln, Weizen und Sellerie sind die Ernteverluste durch die Beschattung mit rund 18 bis 19 Prozent etwas stärker ausgeprägt.”

Allerdings schränkt sie ein, dass noch mehrere Praxisjahre und Untersuchungen mit anderen Kulturen notwendig seien, um eindeutige Aussagen treffen zu können. Jedoch steht dem geringeren landwirtschaftlichen Ertrag der zusätzliche Nutzen durch die Energieproduktion gegenüber. Auf diese Weise konnte die Flächennutzungseffizienz um 60 Prozent gesteigert werden. „Auf diese Weise sieht die Agrophotovoltaik aus agrarwissenschaftlicher Sicht nach einem vielversprechenden Ansatz aus, um die Landnutzungseffizienz zu erhöhen und den Mix erneuerbarer Energien zu erweitern”, betont Iris Lewandowski, Leiterin des Fachgebiets Nachwachsende Rohstoffe und Bioenergiepflanzen an der Universität Hohenheim.

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