Foto: Siemens Gamesa Renewable Energy

Führungswechsel

Andreas Nauen führt Siemens-Gamesa

Windturbinenbauer Siemens Gamesa setzt das Stühlerücken fort: Nach dem Finanzchef macht mit sofortiger Wirkung auch der CEO den Platz frei.

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Tilman Weber

Noch am Mittwochabend meldete der deutsch-dänisch-spanische Windturbinenhersteller den ganz frischen Wechsel an der Firmenspitze: Der bisherige CEO, Markus Tacke, mache Platz für den bisherigen Chef der Meereswindkraftsparte, Andreas Nauen. Tacke hatte Siemens Gamesa fast seit Beginn der Existenz der Firma geleitet, die 2017 aus einem Zusammenschluss der Windenergieunternehmen Siemens Wind und Gamesa entstanden war. Außerdem war er davor vier Jahre lang bereits Chef bei Siemens Wind.

Erneutes Minus im Quartalsgeschäft erwartet

Eine Begründung für den Wechsel nannte Siemens Gamesa nur indirekt und erwähnte im Zusammenhang der Personalie, dass im zu Ende Juni endenden dritten Geschäftsquartal des Unternehmens erneut und zum dritten Mal in Folge ein negatives Geschäftsergebnis zu erwarten sei. So sei davon auszugehen, „dass gemäß der Bewertung des Managements die Projektkosten und die finanziellen Auswirkungen der Beeinträchtigungen durch COVID-19 zu einem negativen EBIT im dritten Quartal führen werden, vor PPA und Integrations- und Restrukturierungskosten“. Mit Verweis auf die neue Personalie Andreas Nauen sagte der Vorstandsvorsitzende Miguel Angel López: „Wir gehen davon aus, dass er als neuer CEO den Onshore-Bereich nun schnell stabilisiert.“

Corona-Folgen und Projektkosten verursachen schon zweiten Vorstandswechsel

Schon im März hatte der langjährige Finanzvorstand David Mesonero seinen Abschied nehmen müssen, nachdem sich das zweite negative Quartalsergebnis in Folge abgezeichnet hatte. Hohe Projektkosten und finanzielle Folgen durch die Auswirkungen der Coronapandemie seien für das neuerliche zu erwartende negative Ebit verantwortlich, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die Projektkostenproblematik sei damit noch dieselbe, die auch schon in den vergangenen beiden Quartalen für das Minus im Ergebnis gesorgt hätten, betonte ein Sprecher auf Nachfrage von ERNEUERBARE ENERGIEN. Nun seien aber noch die Coronapandemiekosten hinzugekommen, die hauptsächlich das Geschäft der Windparks an Land beträfen. Für das vierte Quartal sei erstmals wieder ein positives Ergebnis zu erwarten, teilte das Unternehmen außerdem mit. Dieses werde allerdings nicht zum Ausgleich der bisherigen Verluste ausreichen, um das Jahresergebnis noch ins Positive zu drehen.

Rekord-Auftragsbestand

Wer Nauens Nachfolge als Offshore-Chef werden soll, stehe noch nicht fest, teilte Siemens Gamesa mit. Der zum 31. März bereits ausgewiesene Rekordauftragsbestand von 28,6 Milliarden Euro, der den des Vorjahres zum selben Zeitpunkt um 21 Prozent übertrifft, sowie die breite geographische Aufstellung und Technologieführerschaft des Unternehmens biete weiterhin eine langfristig gute Perspektive des Unternehmens.

Der neue CEO war bereits von 2004 bis 2010 CEO von Siemens Wind Power und danach mehrere Jahre Chef beim damaligen Wettbewerbsunternehmen Senvion eher er 2017 Chef der Offshore-Sparte von Siemens Gamesa wurde.