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Zurück zur Gefahrentechnologie

Atomkraft: Sorgen um Belgien und Japan

Die Folgen der Atomkatastrophe von Fukushima sind nach wie vor gravierend, die Bevölkerung ist verständlicherweise gegen die unsichere Technologie. Aber der erste Block ist jetzt wieder in Betrieb.

 - AKW Tihange in Belgien.
AKW Tihange in Belgien.
Foto: Michielverbeek

Gut vier Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima fährt Japan erstmals wieder einen Reaktor hoch. Das AKW Sendai in Japan wird heute wieder in Betrieb genommen. Das Kraftwerk im südwestlichen Zipfel Japans ist eines der besonders gefährlichen. Es liegt nur rund 70 Kilometer vom Vulkan Sakurajima entfernt. Die Folgen der Atomkatastrophe von Fukushima sind nach wie vor gravierend, und ein Großteil der Bevölkerung ist entsprechend gegen die Technologie. "Japan ist von seiner Natur und Kultur her für eine nachhaltige Energiewende bestens ausgerüstet: Intensive Sonneneinstrahlung, viele windige Küsten, vielfältige Geothermie-Chancen - die Möglichkeiten für Erneuerbare Energien sind weit besser als in den meisten europäischen Ländern", sagt Sylvia Kotting-Uhl, Sprecherin für Atompolitik und Vorsitzende der deutsch-japanischen Parlamentariergruppe. Sie gibt auch der deutschen Regierung Schuld daran, dass Japan sich statt auf Erneuerbare nun wieder auf Atomkraft einlässt. Deutschland habe die Energiewende schlechtgeredet.

Nach mehreren Zwischenfällen in einem Atomkraftwerk in Belgien hat die dortige nationale Aufsichtsbehörde vier Mitarbeitende vom Dienst suspendiert. Zudem droht sie damit, das AKW in Tihange abzuschalten. In den vergangenen Wochen seien dort Sicherheitsvorschriften missachtet worden. Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer kommentiert: "Die Suspendierung der Mitarbeiter ist die Fortsetzung einer unendlichen Skandalgeschichte im belgischen Atomkraftwerk Tihange. Wenn die ansonsten atomfreundliche belgische Aufsicht sogar mit Schließung der Anlage droht, lässt das erahnen, wie es um die Sicherheitskultur in Tihange bestellt ist. Es ist unfassbar, dass jetzt – 40 Jahre nach Inbetriebnahme des Atomkraftwerks – alle 1000 Mitarbeiter auf Anordnung der Atomaufsicht in Sicherheitsschulungen geschickt werden. "

(Nicole Weinhold)