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29.06.2015

Neue meteorologische Studie

Auswirkungen des Klimawandels auf Wind- und Wasserkraft

In einer neuen meteorologischen Studie werden die möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf die Erzeugung elektrischer Energie durch thermische Kraftwerke, Windkraftwerke und Wasserkraftwerke in Deutschland untersucht.

 - Bora mit Orkanstärke, gebogene Bäume und aufgepeitschtes Meer. Wie wirkt sich der Klimawandel auf erneuerbare Energien aus?
Bora mit Orkanstärke, gebogene Bäume und aufgepeitschtes Meer. Wie wirkt sich der Klimawandel auf erneuerbare Energien aus?
Foto: Andrej Šalov

Der Klimawandel beschert vielen Ländern dramatische Probleme. Dürren in Afrika und Überschwemmungen an asiatischen Küsten nehmen dramatisch zu. Auch an Europa gehen die Veränderungen nicht spurlos vorbei. In Deutschland und den Niederlanden macht man sich zum Beispiel Gedanken um Deichschutz. Es gibt aber noch eine weitere wichtige Frage, die in diesem Zusammenhang untersucht werden muss: Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Produktion erneuerbarer Energien aus? Erste Untersuchungen dazu sind bereits in den jüngeren Reports des UN-Klimarates IPCC zusammengetragen worden. Damals hieß es zum Beispiel, dass die Wasserkraftproduktion durch Trockenheit in Ländern wie Portugal zurückgehen werde.

In der aktuellen Studie des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung und des Forschungszentrums Jülich, Institute of Energy and Climate Research – Systems Analysis and Technology Evaluation mit dem Titel "The impact of climate change and variability on the generation of electrical power" werden nun die möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf die Regenerativstromproduktion durch thermische Kraftwerke, Windkraftwerke und Wasserkraftwerke in Deutschland untersucht. Während für thermische Kraftwerke und Wasserkraftwerke durch höhere Temperaturen und geringere Niederschläge negative Auswirkungen absehbar sind, ändern sich die Rahmenbedingungen für die Windkraftnutzung kaum.

Für die Wasserkraft heißt es als Begründung, durch höhere Wassertemperaturen und geringere Wasserbewegung in den Flüssen werde die Produktion rückläufig ausfallen. Durch Repowering alter durch moderne Anlagen ließe sich der Verlust aber auffangen. Bei der Windkraft sieht die Perspektive besser aus. Die Wissenschaftler haben Winddaten mit Klimaszenarien verknüpft. Dabei zeigt sich, dass voraussichtlich keine massiven Veränderungen eintreten werden. Dem geplanten Zubau stehe der Klimawandel nicht im Wege.

Der Artikel ist im Aprilheft der Meteorologischen Zeitschrift zum Thema Auswirkungen des Klimawandels erschien. Hier geht es zum kostenlosen Download.

(Nicole Weinhold)