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CSP – konzentrierte solarthermische Kraftwerke

Dubai plant riesiges CSP-Kraftwerk

In Dubai wird mit 700 Megawatt Leistung ein riesiges solarthermisches Kraftwerk entstehen. Es ist Teil eines Solarprojekts, das am Ende fünf Gigawatt leisten soll. Zudem erreicht das Projekt mit einem Strompreis von 7,3 Cent pro Kilowattstunde einen neuen Rekord.

Turmkraftwerk CSP
 - Mit 260 Metern wird der Receiverturm über die oberste Etage der Emirates Towers in Dubai hinausragen. Denn diese liegt in nur 241 Metern Höhe.
Mit 260 Metern wird der Receiverturm über die oberste Etage der Emirates Towers in Dubai hinausragen. Denn diese liegt in nur 241 Metern Höhe.
BrightSource Energy

Die Dubai Electricity and Water Authority (DEWA) hat die Ausschreibung für eines der größten solarthermischen Kraftwerke (Concentrated Solar Power – CSP) erfolgreich beendet. Es wird Teil des Mohammed bin Rashid Al Maktoum Solar Parks sein, der 50 Kilometer südlich der Hauptstadt Dubai entsteht. Die gesamte Anlage wird am Ende einer der größten Solarparks der Welt sein. Bis 2030 sollen satte fünf Gigawatt Leistung in mehreren Projektschritten aufgebaut sein. Die ersten beiden Teile stehen schon. Ein dritter Projektabschnitt wurde im vergangenen Jahr ausgeschrieben. Der Zuschlag für die Photovoltaikanlage war mit 2,99 Dollarcent pro Kilowattstunde damals ein Tiefpreisrekord, der allerdings inzwischen schon gebrochen ist.

700 Megawatt konzentrierte Solarkraft

Auch mit dem jetzt vergebenen Zuschlag für das jetzt vergebene solarthermische Kraftwerk hat die DEWA einen neuen Rekord erreicht, was den tiefsten Preis angeht. Denn den Strom aus der Anlage mit einer Gesamtleistung von 700 Megawatt nimmt die DEWA für nur 7,3 Dollarcent pro Kilowattstunde ab. Damit ist der Strom aus dem Kraftwerk teurer als aus den bisher gebauten und geplanten Photovoltaikanlagen. Doch aufgrund der Tatsache, dass die solarthermisch erzeugte Wärme gespeichert und erst bei Bedarf verstromt wird, hat die Technologie einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Photovoltaik. Das große Manko der Technologie liegt im relativ hohen Wasserverbrauch, um die Wärme mittels Turbinen zu verstromen. Das ist gerade in Wüstenregionen, wo wiederum genügend Sonne scheint, um die Anlage zu betreiben, ein großes Problem.

Riesiger Turm dient als Receiver

Die Anlage wird als Turmkraftwerk ausgeführt. Das heißt, das Sonnenlicht wird nicht mehr auf Receiverrohre konzentriert, die sich durch den Solarpark ziehen. Vielmehr wird es auf einen Receiverturm konzentriert von wo die Wärme über einen Wärmetauscher entweder auf eine Turbine oder in einen Wärmespeicher geleitet wird. Letzterer wird als Flüssigsalzspeicher ausgeführt. Das bedeutet, dass mit der Wärme aus dem Solarturm das Salz in einem Speicherbehälter geschmolzen wird. Vor der Verstromung wird die Wärme dem geschmolzenen Salz wieder entzogen, das dann wieder kristallisiert. Mit einer Höhe von 260 Metern wird es nach Angaben der DEWA der bisher höchste Solarturm sein. Die Höhe wiederum ist notwendig, um die Leistung zu erreichen. Denn die Spiegel, die das Sonnenlicht auf den Turm konzentrieren, werden um den Receiver angeordnet. Damit auch die äußeren Spiegel das Licht auf den Turm konzentrieren können, muss er ausreichend hoch sein.

Das Ziel: 75 Prozent Ökostrom bis 2050

Den Zuschlag für den Bau der Anlage hat ein Bieterkonsortium bekommen. Das besteht aus ACWA Power, einem Projektentwickler aus Saudi Arabien, und dem chinesischen Anlagenhersteller Shanghai Electric. Die beiden Unternehmen investieren 750 Millionen Dollar in die Anlage und müssen sie bis Ende 2020 in Betrieb nehmen. Sie wird ein Teil sein, mit dem Dubai seine Ziele beim Umstieg auf erneuerbare Energien erreichen will. Der Plan sieht vor, dass das Emirat bis 2020 sieben Prozent seines Stroms aus regenerativen Quellen bezieht. Dieser Anteil soll sich bis 2030 auf 25 Prozent erhöhen. Für das Jahr 2050 ist ein Anteil des Ökostroms in Dubais Netzen in Höhe von 75 Prozent geplant. (Sven Ullrich)