erneuerbareenergien.de Archiv
Aktuelle Inhalte findest Du unter www.erneuerbareenergien.de.

Neuer Rekord

Europas Offshore Windleistung wächst um 25 Prozent

Und wieder ein Rekord: Offshore-Windparks mit 3,1 Gigawatt Leistung sind 2017 in europäischen Meeren neu installiert worden. Dies sei eine Steigerung um 25 Prozent, meldet die europäische Windenergievereinigung Wind Europe. Doch ab 2020 könnte der Trend kippen.

Burbo Bank Extension
 - Installation der ersten V164-8.0 MW im britischen Offshore-Windpark Burbo Bank Extension vor Liverpool. Dong Energy errichtet hier 32 Anlagen.
Installation der ersten V164-8.0 MW im britischen Offshore-Windpark Burbo Bank Extension vor Liverpool. Dong Energy errichtet hier 32 Anlagen.
MHI Vestas Offshore Wind

13 neue Windparks sind im vergangenen Jahr abgeschlossen worden, heißt es in einer Mitteilung zu den neuesten Statistiken, darunter der erste schwimmende Park „Hywind“ in Schottland. Die meisten neuen Anlagen stehen in Großbritannien (1,7 GW) und Deutschland (1,3 GW), die damit fast den gesamten Markt unter sich aufteilen. 165 MW wurden in Belgien errichtet, 60 MW in Finnland und 2 MW in Frankreich. Damit steigt die installierte Offshore-Kapazität auf 15,8 GW, mehr als 4.000 Windenergieanlagen drehen sich in den nordeuropäischen Meeren.

Auch bei der Leistung der Anlagen gab es eine Steigerung, so Wind Europe. Mit 5,9 MW durchschnittlicher Leistung pro neu installierter Anlage wuchs diese Kennzahl um 23 Prozent.

25 GW Offshore bis 2020

Weitere elf Windparks befinden sich zurzeit im Bau, die 2,9 GW Leistung beitragen werden. Angesichts der Projekt-Pipeline rechnet Wind Europe mit insgesamt 25 GW Offshore im Jahr 2020.

„Ein Wachstum um 25 Prozent ist spektakulär“, kommentierte Giles Dickson, CEO bei Wind Europe. Offshore-Wind habe sich zu einem normalen Bestandteil der Energieversorgung entwickelt. Angesichts der gefallenen Kosten seien Investitionen hier nicht mehr teurer als in konventionelle Energieerzeugung. Europa könne nun ehrgeizigere Ziele entwickeln: „35 Prozent sind leicht zu erreichen“, so Dickson.

Zurück gegangen sind indes die Final Investment Decisions (FID), die 2017 für weitere 2,5 GW getroffen wurden: Sie sanken auf 7,5 Milliarden Euro. Ein Grund seien die niedrigeren Kosten. Gleichzeitig spielten aber die Ausschreibungen eine Rolle: Sie verzögerten neue Investitionen, da zwischen Zuschlag und Investitionsentscheidung immer Zeit verstreiche. Trotzdem rechnet Wind Europe damit, dass die 2016 und 2017 abgehaltenen Auktionen 2019 in FIDs münden, die 9 Milliarden Euro wert sind.

Wie weiter bis 2030?

Ab 2020 trübe sich das Bild, beklagt Dickson. Nur wenige Ländern hätten bislang konkrete Ausbauziele bis 2030 festgelegt. Vieles hänge jetzt davon ab, wie die Länder sich zum Clean Energy Package verhieltn und dessen Ziele in verbindliche nationale Klimaschutzpläne umsetzten.

Dabei gibt es auch in neuen Märkten Potenzial. Eine jüngst von der Foundation for Sustainable Energy (FNEZ) veröffentliche Studie attestiert beispielsweise Polen ein Offshore-Potenzial von acht GW bis 3035. (Katharina Wolf)