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Innovationspreis

Ideen zu Effizienz, Wärme und Nullenergiehäusern

Gute Ideen zu industriellen Wärmekonzepten, Nullenergiehäusern und zu Energieeffizienz machten das Rennen beim vierten LEW-Innovationspreis intelligente Energie.

 - LEW-Vorstandsmitglied Markus Litpher (r.) überreichte in der LEW-Energiewelt den LEW-Innovationspreis intelligente Energie an die Vertreter der Gewinnerprojekte.
LEW-Vorstandsmitglied Markus Litpher (r.) überreichte in der LEW-Energiewelt den LEW-Innovationspreis intelligente Energie an die Vertreter der Gewinnerprojekte.
Foto: LEW / Bleier

Den ersten Platz des LEW-Innovationspreises intelligente Energie sicherte sich der Landkreis Unterallgäu mit der Berufsschule Mindelheim für einen Energieeffizienzkurs. 15.000 Euro erhielt der Landkreis Unterallgäu für das Projekt „Energieeffizienzkurs für Auszubildende und Schüler“. Die Berufsschule Mindelheim hat gemeinsam mit der IHK Schwaben und dem Landratsamt Unterallgäu einen 40 Stunden umfassenden Energieeffizienzkurs eingerichtet. In praxisnahen und interaktiven Lehreinheiten wie dem Planspiel Energie(spar)dorf lernen Schülerinnen und Schüler die Grundlagen für den effizienten Einsatz von Energie in Betrieben und Haushalten. Über 400 Auszubildende haben den Kurs bereits erfolgreich abgeschlossen. In den Betrieben ermöglicht die Qualifikationsmaßnahme dank Multiplikations-Effekten hohe Energieeinsparungen von bis zu 30 Prozent.

Die Siebendächer Baugenossenschaft erhielt für ihr Nullenergiehaus in Memmingen den zweiten Preis und 10.000 Euro Preisgeld. Das Projekt Nullenergiehaus im Mietwohnungsbau überzeugte die Jury. In dem von der Siebendächer Baugenossenschaft als Nullenergiehaus errichteten Wohngebäude für 21 Parteien profitieren die Mieter von niedrigen Energiekosten und die Umwelt von hoher CO2-Entlastung: Der Standard Nullenergiehaus bedeutet, dass das Gebäude vor Ort pro Jahr mindestens so viel regenerative Energie erzeugt, wie Heizung und Haustechnik benötigen. Das Konzept verbindet Stromerzeugung und Wärmenutzung durch die Kombination aus Grundwasserwärmepumpe und Photovoltaikanlage. Eine intelligente Steuerung gewährleistet dabei hohe Energieeffizienz. Die PV-Anlage auf dem Gebäudedach liefert jährlich 50 Prozent mehr Strom, als für Wärmepumpe und Hausstrom benötigt wird und speist in das öffentliche Stromnetz ein.

Der dritte Preis und 5.000 Euro gingen an die Wieland-Werke AG aus Vöhringen für das Projekt Wärmekonzept Zukunft. Die konsequente Rückgewinnung von Wärme über alle Temperaturstufen senkt den Gasverbrauch der Wieland-Werke AG am Standort Vöhringen um 40 Prozent: Durch Kombination mehrerer Maßnahmen erreicht der Durchlaufofen für die energieintensive Kupferproduktion eine dreifach höhere Wärmerückgewinnungsrate als bei einer Standardanlage üblich. Eine optimierte Anlagensteuerung verringert zusätzlich die Rohrleitungsverluste beim Transport der benötigten Prozesswärme. Ziel des Wärmekonzept Zukunft ist es, bis in fünf Jahren bereits 75 Prozent des Energieeinsatzes im Vöhringer Wieland Werk aus Produktionsabwärme zu decken.

Bei der Auswahl der besten Projekte bewertete eine hochrangig besetzte Jury den Innovationsgrad, den Beitrag zu Klimaschutz und Energieeffizienz, die Wirtschaftlichkeit sowie die Übertragbarkeit der Projekte. Zusätzlich hat die Jury erstmalig den Sonderpreis #smarteRegion vergeben. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis würdigt Projekte, die sich besonders durch den Einsatz digitaler Technologien auszeichnen. „Die Energiezukunft ist grün, dezentral und digital. Das bedeutet, wir müssen die lokal erzeugte Energie auch möglichst effizient nutzen. Dafür sind digitale Technologien und Vernetzung Voraussetzungen. Mit dem Sonderpreis #smarteRegion zeichnen wir zukunftsweisende Projekte aus, die mit solchen smarten Lösungen das Zusammenleben in den Städten und Gemeinden der Region komfortabler und energieeffizienter gestalten“, sagt LEW-Vorstandsmitglied Norbert Schürmann.

Der Sonderpreis #smarteRegion, dotiert mit 15.000 Euro, ging an die Einestadt GbR aus Augsburg und die Parkhere GmbH aus München. Das Projekt „EineStadt – SmartCity-Lösung mit Bürgerbeteiligung für die kommunale Verwaltung“ ermöglicht es Bürgern, Stadtverantwortlichen und kommunalen Dienstleistern, ihre Gemeinde auf bequeme Weise schöner und sicherer zu gestalten. Das intelligente und einfach zu nutzende System spart Wege, Zeit und Geld in der kommunalen Bewirtschaftung: Ist der Mülleimer voll? Oder die Straßenlaterne ausgefallen? Oder ist der Kotbeutelspender für Hunde leer? Melden lässt sich das komfortabel und einfach mit Hilfe der Near Field Communication (NFC)-Technologie. An Mülleimern, Hundestationen oder Laternenmasten wird dazu ein NFC-Tag angebracht. Bürgerinnen und Bürger können dann über die NFC-Funktion in ihrem Smartphone eine Service-Seite aufrufen und beispielsweise den Ausfall einer Straßenlaterne melden.

Das Projekt „ParkHere – Reduzierung der Umweltbelastung durch intelligentes Parkleitsystem“ setzt auf energieautarke Parkplatzsensoren. Sie erkennen anhand der über sie rollenden Reifen, ob ein Parkplatz frei oder besetzt ist. Zudem können sie aus dem Überfahren die Energie gewinnen, die sie für die Datenübertragung an die nächste Basisstation benötigen. Ein Cloud-Service wertet die Daten aus und stellt Smartphones oder Navigationsgeräten die Informationen zu freien Parkplätze zur Verfügung. Autofahrer können so freie Parkplätze gezielt anfahren. Bisher werden 30 bis 40 Prozent des städtischen Verkehrs von parkplatzsuchenden Fahrzeugen verursacht. Intelligentes Parkraummanagement soll diese Quote um mindestens die Hälfte verringern können.

„Unsere Region ist die Heimat vieler Hidden Champions – und zwar nicht nur in Hinblick auf Technologieführerschaft und Marktanteile, sondern auch bei Energieeffizienz und Klimaschutz. Das stellen die Preisträger des LEW Innovationspreises eindrucksvoll unter Beweis“, sagt LEW-Vorstandsmitglied Markus Litpher. „Der LEW-Innovationspreis würdigt die Preisträger und stellt die Projekte einer breiten Öffentlichkeit vor. Gemeinsam mit unseren Partnern wollen wir so viele weitere Unternehmen, Kommunen und auch die Bürger der Region dazu anregen, selbst aktiv zu werden und die Chancen eines dezentralen Energiesystems für sich zu nutzen.“

Die LEW-Gruppe ist als regionaler Energieversorger in Bayern und Teilen Baden-Württembergs tätig und beschäftigt rund 1.800 Mitarbeiter. Die Lechwerke AG (LEW) gehört zu Innogy SE.

(Nicole Weinhold)