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Offshore-Windenergie

Siemens: Rekord auf neuem Testfeld

Der dänische Turbinenhersteller Siemens hat am Wochenende seinen nunmehr zweiten Sechs-Megawatt-Prototyp in Dänemark installiert. Erstmals kamen dabei Rotorblätter mit 75 Metern Länge zum Einsatz – die weltweit längsten. Die getriebelose Anlage belegt die erste von sieben Flächen eines neuen Testfeldes in Dänemark.

Siemens SWT-6.0-154
 - Anfang Oktober hat  Offshore-Marktführer Siemens seine getriebelose Sechs-Megawatt-Anlage erstmals mit den weltgrößten Rotorblättern ausgestattet.154 Meter misst der Rotordurchmesser.
Anfang Oktober hat Offshore-Marktführer Siemens seine getriebelose Sechs-Megawatt-Anlage erstmals mit den weltgrößten Rotorblättern ausgestattet.154 Meter misst der Rotordurchmesser.
Foto: Siemens AG

Neben Henrik Stiesdal, Chief Technology Officer bei Siemens, nahm auch Ditlev Engel, Chef des dänischen Konkurrenten Vestas, an der Einweihung teil. Der Grund: Zusammen mit der neuen Siemens-Turbine wurde auch das Testfeld im dänischen Østerild, weit im Norden Jütlands in Betrieb genommen. Und sowohl Siemens als auch Vestas sicherten sich hier zwei Stellplätze. Betrieben wird das Testfeld von der Technischen Universität Dänemark (DTU), die stolz behauptet, es sei der zurzeit einzige Platz in der Welt, wo sich „Megawindturbinen der Zukunft“ testen lassen.

Vom Turmfuß bis zur Blattspitze misst die neue getriebelose SWT-6.0-154 mit ihrem ausgewachsenen Rotor von 154 Metern Durchmesser 197 Meter. Ihr Maschinenhaus sei mit 200 Tonnen das leichteste in dieser Leistungsklasse, sagt Siemens-CTO Henrik Stiesdal.

Technologie seit 2011 im Test

Siemens testet seine Sechs-Megawatt-Technologie mittlerweile seit knapp eineinhalb Jahren: Im Mai 2011 nahm das Unternehmen die erste SWT-6.0, allerdings noch mit 120 Meter Rotordurchmesser, gut 100 Kilometer südlich des neuen Testfeldes in Høvsøre in Betrieb. Als Grund für die Wahl des kleineren Rotors im ersten Prototyp hat Siemens vorgeschriebene Höhenbeschränkungen angegeben – wobei die ersten 75-Meter-Blätter auch erst im April dieses Jahres produziert wurden.

In Kürze sollen zwei weitere Turbinen – ebenfalls mit 120 Meter Rotor – erstmals auf See installiert werden: In einer zusätzlichen Ausbauphase des britischen Offshore-Windparks Gunfleet Sands wird Dong Energy die beiden Sechs-Megawatt-Anlagen östlich von London in die Nordsee setzen.

Offshore-Kooperation mit Dong Energy

In der Serienproduktion allerdings tauscht Siemens den 120 Meter Rotor dauerhaft gegen die neuen Rekordblätter. Erster Großabnehmer für die neuen Anlagen wird Dong Energy sein – 300 Turbinen umfasst die getroffene Liefervereinbarung zwischen Dong und Siemens für Offshore-Windparks vor Großbritannien.

Unter Offshore-Bedingungen soll die SWT-6.0-154 voraussichtlich 25 Gigawattstunden im Jahr liefern, womit sie genug Strom für 6.000 Haushalte produziert. Im küstennahen Testfeld Østerild wird sie etwas weniger leisten. Einen von zwei Stellplätzen hat Siemens hier nun besetzt – welcher Prototyp auf die Sechs-Megawatt-Anlage im Testfeld folgen wird, gab das Unternehmen auf Anfrage nicht bekannt.

(Denny Gille)