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80 Prozent PV-Strom?

Solar 3.0 - die Zukunft der Energieversorgung

Stefan Degener vom US-Dünnschichtspezialisten First Solar und Ron Corio, CEO des Solartracker-Herstellers Array Technologies, zeichnen ein Szenario für die Energieversorgung von morgen.

First Solar Werk Kulim
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Foto: First Solar

Stefan Degener, Head of Business Development für Europa und Afrika bei First Solar, hat eine genaue Vorstellung davon, wie sich die Energiewende bis zur Mitte des Jahrhunderts entwickeln könnte. Die Europäische Union diskutiert am Montag, 11. Juni, ob das Ziel auf 35 Prozent Regenerativanteil im Gesamtmix 2030 festgelegt werden soll. Degener hält dieses Ziel für erreichbar. Dafür brauche man aber einen einen intelligenten Ausbauplan, und die Fehler der Vergangenheit wie Förderung und plötzlicher Förderstopp dürften sich nicht wiederholen. Fest steht: Investoren und Industrie brauchen langfristig stabile Rahmenbedingungen.

First Solar zeichnet einen Weg hin zur regenerativen Vollversorgung im Jahr 2050, in der Solarstrom einen Anteil von 80 Prozent haben könnte. Das Unternehmen nennt das Solar Energy 3.0. Derzeit befindet Europa sich noch auf dem Level von Solar 1.0, der sich dadurch auszeichnet, dass Regenerativstrom wenig flexibel ins Netz gespeist wird. Damit lässt sich ein Anteil von 15 bis 20 Prozent im Strommix erreichten. Die nächste Phase, Solar 2.0, die jetzt ansteht, verwendet bereits netzunterstützende Techniken, um die Solarstromerzeugung zu kontrollieren und bei Bedarf zu speichern. Damit lassen sich 40 Prozent Solarstrom ins Netz integrieren.

Phase 3.0 sieht dann voll regelbare solare Großkraftwerke mit Speicher vor, die genau dann Strom liefern, wenn er benötigt wird. Die Firma Array Technologies sieht die Chancen für eine Entwicklung der Solarenergie in Europa im großen Stil genauso und will First Solar auf diesem Weg unterstützen.

Wo sehen Array-CEO Ron Corio und Degener die größten Herausforderungen auf dem Weg zu Solar 3.0?

Ron Corio: "Die globale Dynamik des Marktes und der Wirtschaft sind unsere Herausforderungen. Der Fokus auf Ausschreibungen und die stetige Kostenreduktion können zwar als positive Entwicklungen betrachtet werden, aber letztendlich müssen wir als Industrie weiterhin garantieren, dass wir qualitativ hochwertige Produkte fertigen. Die Industrie ist durchaus innovativ und widerstandfähig und ich betrachte den Ausbau von 80 Prozent erneuerbaren Energien als sehr realisierbar innerhalb der nächsten 20 Jahre."

Stefan Degener: "Zwischen Ökonomie, Markt und Nachfrage muss uns klar sein, dass wir in einem regulierten Markt agieren. Wir müssen eng mit den Netzbetreibern zusammenarbeiten, um die 80 Prozent Solarleistung und 100 Prozent Erneuerbaren in den nächsten Jahrzehnten schaffen. Die Industrie ist besten vorbereitet, um das umzusetzen und entsprechend sichere, günstige Produkte anzubieten." (Nicole Weinhold)

Ein ausführliches Interview mit Corio und Degener zum Thema Solar 3.0 finden Sie in der aktuellen Printausgabe von ERNEUERBARE ENERGIEN und im E-Paper.