Foto: EnBW/Karl Lehmann

Photovoltaik ohne Vergütung

EnBW baut förderfreies Solarkraftwerk in Brandenburg

Noch in diesem Jahr will der Versorger den Solarpark Weesow-Willmersdorf in Betrieb nehmen. Die Anlage erreicht 184 Megawatt Leistung und kommt vollständig ohne Einspeisevergütung aus.

Der schwäbische Energieversorger EnBW hat mit dem Bau eines riesigen Solarkraftwerks im brandenburgischen Werneuchen begonnen. Die Anlage entsteht auf einer Fläche von 164 Hektar in dem kleinen Ort etwa 26 Kilometer nordöstliche von Berlin. Sie leistet, wenn sie noch in diesem Jahr ans Netz geht, 187 Megawatt.

Die jährlich produzierten 180 Millionen Kilowattstunden Solarstrom vertreibt EnBW an seine Kunden und kommt auf diese Weise ohne Förderung und Einspeisevergütung aus. „Der Solarpark ist unser erstes förderfreies Erneuerbaren-Projekt”, sagt Dirk Güsewell, Leiter Erzeugung Portfolioentwicklung bei EnBW. „Es ist zugleich ein Meilenstein der Photovoltaik in Deutschland und beweist die Marktreife dieser Technologie.” Dazu tragen sowohl die Synergieeffekte aufgrund der Anlagengröße und die über 80 Prozent gesunkenen Kosten für Photovoltaik in den letzten zehn Jahre bei.

40 Jahre Betriebszeit anvisiert

Die Anlage verteilt sich über vier Solarfelder, die durch das örtliche Wegenetz unterteilt sind, das weiterhin öffentlich begehbar ist. Die 465.000 Module werden nach Süden ausgerichtet mit einem Winkel von 20 Grad auf die Unterkonstruktion installiert, die immerhin bis zu drei Meter in die Höhe reicht. EnBW setzt dabei auf hochwertige Module, da der Versorger mit einer Betriebsdauer von 40 Jahren rechnet. Zudem wird EnBW zwei neue Umspannwerke errichten, um den Solarstrom direkt in das 110-Kilovolt-Freileitungsnetz der Edis einzuspeisen.

Naturschutz im Blick

Auch für Ausgleichsmaßnahmen wird EnBW sorgen, um zu gewährleisten, dass das Solarkraftwerk dem Arten- und Naturschutz genügt. So wird die gesamte Fläche auf und um den Solarpark zu einem artenreichen Grünland entwickelt. Zusätzlich zur Extensivierung der Flächen werden Sträucher und Bäume gepflanzt, wie auch Hecken und Trittsteinbiotope angelegt, die eine natürliche Ergänzung zu dem angrenzenden Tier- und Pflanzenschutzgebiet bilden. Eine eigens dafür beauftragte ökologische Baubegleitung sorgt dafür, dass sämtliche Bauarbeiten im Einklang mit der Tier- und Pflanzenwelt verlaufen und insbesondere das im südlich angrenzenden Naturschutzgebiet Weesower Luch geschützt wird.

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