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Aktuelle Umfrage: Bundesbürger wollen schnellere Energiewende

Für die Mehrheit der Bundesbürger ist die aktuelle Energiekrise, die durch den Überfall Russlands auf die Ukraine ausgelöst wurde, der Anstoß schlechthin, die Energiewende zu beschleunigen. Doch auch der Sommer mit seiner extremen Hitzewelle und den riesigen Waldbränden hat das Problembewußtsein in der Bevölkerung geschärft. Immerhin zwei Drittel sehen inzwischen im Klima- und Umweltschutz neben den steigenden Lebenshaltungskosten die größte Herausforderung für das Land. Dies ist eines der Ergebnisse der jährlichen Klimaumfrage der Europäischen Investitionsbank (EIB), die im August dieses Jahres durchgeführt wurde.

Energieverbrauch senken

Wie diese Herausforderung bewältigt werden kann, dafür gibt es unterschiedliche Ansätze. Einer ist die radikale Reduzierung des Energieverbrauchs. Schließlich befürchten immerhin 81 Prozent der befragten Bundesbürger eine globale Katastrophe, wenn der Energieverbrauch weiterhin so hoch bleibt wie bisher. Ein zweiter einfach umzusetzender Ansatz ist ein strenges Tempolimit auf Autobahnen, das mit 65 Prozent eine klare Mehrheit der Befragten unterstützt. Das sind vier Prozent mehr als im europäischen Durchschnitt, der bei 61 Prozent liegt.

Klimawandel und Umweltzerstörung sind die Hauptsorgen

Damit ist für die Bundesbürger der Klimawandel wieder in den Mittelpunkt gerückt, nachdem im vergangenen Jahr der Hauptschwerpunkt der Sorgen der Deutschen auf der Corona-Pandemie lag. Denn 65 Prozent der Befragten zählen den Klimawandel und die Umweltzerstörung zu ihren Hauptsorgen. Das sind beachtliche 13 Prozentpunkte mehr als im europäischen Durchschnitt. Fast acht von zehn Deutschen glauben zudem, dass sich der Klimawandel auf ihren Alltag auswirkt. Das sind sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Zudem ist diese Auswirkung des Klimawandels über alle Bevölkerungsgruppen zu beobachten.

Klare Kausalkette erkannt

Gleichzeitig sind 84 Prozent der befragten Bundesbürger der Ansicht, dass die Regierung zu langsam handelt. Nur 27 Prozent sind der Meinung, dass es Deutschland gelingen wird, seine CO2-Emissionen bis 2030 deutlich zu senken. Gleichzeitig ist eine Mehrheit von 54 Prozent der Befragten der Ansicht, dass der Krieg in der Ukraine und seine Auswirkungen auf die Öl- und Gaspreise den Anstoß dazu geben sollten, die grüne Wende zu beschleunigen. Allerdings sind dies zwölf Prozent weniger als im europäischen Durchschnitt. Dieser liegt bei 66 Prozent. Zudem ist diese Ansicht bei der jüngeren Generation stärker ausgeprägt. Immerhin 60 Prozent der Deutschen zwischen 15 und 29 Jahren sehen einen Klaren Zusammenhang zwischen dem Krieg Russlands gegen die Ukraine, den steigenden Kosten für fossile Brennstoffe und der Notwendigkeit, auf erneuerbare Energien umzusteigen.

Tempolimit steht hoch im Kurs

Auf die Frage, welche Maßnahmen für ihr Land Priorität haben sollen, reagieren die Deutschen stärker gespalten als andere europäische Nationen. Denn 39 Prozent der Befragten erwarten von ihrer Regierung, dass sie sich mehr auf die Diversifizierung der Energieversorgung konzentriert. Weitere 38 Prozent wollen hingegen dem Ausbau der erneuerbaren Energien Vorrang einräumen.

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Klarer ist die Meinung, wenn es um die Optionen zum Energiesparen geht. Hier steht das Tempolimit auf Autobahnen als einfachste aller Möglichkeiten hoch im Kurs. Aber eine Mehrheit von 62 Prozent der Deutschen befürwortet zur Abdeckung der Umweltkosten auch eine höhere Besteuerung umweltbelastender Aktivitäten wie Flugreisen oder die Nutzung großer Autos wie SUV.

Deutsche wollen keine kühle Wohnung

Bei der Bindung der Energiepreise an den Verbrauch pro Haushalt gehen die Meinungen allerdings stärker auseinander. Doch mit 57 Prozent ist immerhin noch die Mehrheit dafür. Allerdings sind das sechs 6 Prozentpunkte weniger als im europäischen Durchschnitt von 63 Prozent. Weniger bereitwillig sind die Deutschen beim Sparen, wenn es um die Heizung geht. Hier akzeptiert mit 27 Prozent nur knapp mehr als ein Viertel eine Raumtemperatur von 19 Grad Celsius. Hier sind die Franzosen härter im Nehmen. Denn im Nachbarland können sich immerhin 47 Prozent der Befragten vorstellen, dauerhaft die Heizung auf 19 Grad Celsius herunterzudrehen. Das ist in Deutschland anders. Denn 45 Prozent würden immer noch auf 20 Grad Celsius oder mehr heizen. Allerdings sagen mittlerweile 23 Prozent der befragten Deutschen, dass sie es sich nicht mehr leisten können, zu Hause ordentlich zu heizen.

Energiesteuern senken statt Preise deckeln

Aus diesem Grund hält es ein großer Teil der Deutschen – 42 Prozent – für eine gute Idee, die Heizkosten durch die kurzfristige Absenkung der Energiesteuern zu reduzieren. Andere Maßnahmen sind weniger populär: Nur 30 Prozent halten die Deckelung oder Regulierung der Preise für Gas, Öl und Kohle für eine gute Idee.

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