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Kleinwindkraft

RWE erzeugt Windstrom auf Helgoland

Die fünf Meter hohen und rund drei Meter breiten, spindelförmigen Windturbinen der Marke QR5 sind vertikal ausgerichtet. Sie drehen sich parallel zum fünfzehn Meter hohen Mast. Die Kleinwindenergieanlage kann in unterschiedlichen Höhen einzeln oder auch in Gruppen angebracht werden. Ihre Nennleistung liegt bei 4,6 Kilowatt; bei einer Windgeschwindigkeit von durchschnittlich elf Metern pro Sekunde kann sie jährlich 7.500 Kilowattstunden Strom erzeugen. Laut Hersteller ist die Anlage auch für Standorte nahe an Menschen und Gebäuden geeignet. Voraussetzung für die Installation ist ein Drehstromanschluss und eine Windgeschwindigkeit von mindestens fünf Metern pro Sekunde im Jahresmittel.

Kleinwindkraft habe sich in England bereits stärker als in Deutschland etabliert, erklärt Barbara Woydtke, Sprecherin von RWE Innogy, zum Erfolg der britischen Innogy-Tochter: „Das Fördersystem ist in Großbritannien besser aufgestellt als hierzulande, da die gleiche Einspeisevergütung wie für große Windenergieanlagen greift.“ Der Essener Energieversorger ist seit September 2008 an Quiet Revolution beteiligt. In Deutschland seien inzwischen neun QR5 installiert worden, so Woydtke. Eine spezielle Anpassung der Turbine an den deutschen Markt sei nicht erforderlich gewesen: „Lediglich Teile der Verkabelung werden entsprechend der deutschen Sicherheitsstandards angepasst und der Wechselrichter auf 220 Volt umgestellt“, erklärt Sarah Knauber, ebenfalls Unternehmenssprecherin von RWE Innogy. Im nächsten Jahr soll die nächste Generation der Turbine auf den Markt kommen.

Die Anlage in Helgoland kostete 35.000 Euro und wurde laut Institut innerhalb weniger Tage installiert. Sie befindet sich im Unterland der Insel. Sollte sie sich unter den dortigen Einsatzbedingungen bewähren, will das AWI die Turbinen auch an seinen anderen Standorten Bremerhaven, Sylt und Potsdam nutzen. Ob sich die Anlage auf Zugvögel auswirkt, wird von Biologen des AWI und der Vogelwarte Helgoland noch untersucht. Falls erforderlich, kann die Kleinwindanlage während des Vogelzuges beleuchtet oder abgeschaltet werden.

(Regine Krüger)