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„Nichts tun wird noch teurer“

Welche Herausforderungen gibt es für die Energiewende in Berlin?

Stefan Taschner: Ich glaube, die Herausforderungen entstehen vor allem da, wo wir immer noch zu stark von fossilen Energien abhängig sind und wo wir die nötigen Investitionen bisher verschleppt haben. Dazu gehören drei wesentliche Baustellen. Die Wärmewende ist sicherlich die dringlichste Baustelle. Laut Berliner Wärmeplan sind etwa 25 Prozent des Stadtgebiets Prüfgebiete. Das ist ziemlich viel. München hat 4 Prozent. Da brauchen wir dringend Lösungen. Die zweite große Baustelle ist die Stromwende. Wir müssen das Potenzial heben, vor allem bei Solar und auf öffentlichen Gebäuden. Wir müssen gleichzeitig die Netze massiv ausbauen. Wenn wir mehr Ladesäulen haben, wenn wir aber auch mehr Wärmepumpen und Großwärmepumpen haben, dann dürfen die alle nicht daran scheitern, dass das Stromnetz dazu nicht in der Lage ist. Und die dritte Baustelle ist die Mobilitätswende. Der Verkehr ist immer noch der zweitgrößte Emittent, wo wir eigentlich keine Reduktion bis jetzt hinbekommen haben. Dazu kommen noch die Anpassungen an den Klimawandel.

Wie sollen diese Baustellen finanziert werden?

Stefan Taschner: Eins ist klar, das wird nicht billig werden. Eins ist aber auch jetzt schon klar: Nichts tun wird noch teurer. Das sind nicht nur Kosten, das sind vor allem Zukunftsinvestitionen. Zukunftsinvestitionen, die wir tätigen müssen, damit Berlin noch eine lebenswerte Stadt ist. Dazu gibt es eine ganze Reihe von unterschiedlichen Töpfen, an die man rankommen kann. Da haben wir einmal das Bundes-Sondervermögen. Dann müssen wir schauen, dass wir die Schuldenregeln im Bund reformieren. Wir müssen schauen, wie wir EU-Fördermittel nach Berlin holen. Und wichtig ist, dass diese Mittel auch wirklich gezielt in diese Transformationen reinfließen.

Welche Rolle spielt das Stromnetz?

Stefan Taschner: Der Stromnetzausbau ist im Moment der Flaschenhals für die Energie- und Wärmewende. Das Berliner Stromnetz ist mehr oder weniger ausgebucht. Die Stromnetz Berlin spricht jetzt schon vom Verdoppeln des Netzes. Möglicherweise reicht es auch gar nicht aus.

Stefan Taschner,
Sprecher für Energie und Klimaschutz der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Berlin

Foto: Vincent Villwock/Grüne Fraktion Berlin

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