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Umfrage: Hauseigentümer setzen auf die eigene Energiewende

Die Hauseigentümer in Deutschland sichern sich zunehmend gegen die Folgen von Energiekrise und Preisunsicherheiten selbst ab. So hat inzwischen mit 58 Prozent die Mehrheit der Hauseigentümer in die Dämmung ihrer Gebäude investiert, um die Energiekosten zu senken. Mit 36 Prozent ist über ein Drittel schon weitergegangen und haben auch den Aktivposten, die Energieversorgung, in die eigenen Hände genommen. Im Vergleich zum Mai dieses Jahres sind das zehn Prozent mehr.

Viele wollen noch investieren

Das sind zwei Ergebnisse einer Umfrage, die das Forschungsinstitut Statista im Auftrag des Energieversorgers Vattenfall unter 1.000 ausgewählten Befragten durchgeführt hat. „Die Ergebnisse zeigen, dass die Energiewende im eigenen Zuhause immer mehr Menschen umtreibt“, resümiert Kai Schütz, Chef der dezentralen Energielösungen bei Vattenfall. „Angesichts von Haushaltskrisen und Heizungsdiskussionen ist daher umso wichtiger, dass Hauseigentümer jetzt schnell Klarheit über politische Rahmenbedingungen und Förderungen bekommen.“

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Denn einerseits wollen weitere Hauseigentümer aktiv werden. So wollen 33 Prozent von ihnen ebenfalls in eine Dämmung investieren. Nur neun Prozent haben diesbezüglich derzeit keine Pläne. Außerdem wollen 45 Prozent in die Solarenergie investieren. Hier planen 19 Prozent derzeit keine Investition.

Klare Rahmenbedingungen für Sektorenkopplung

Klare Rahmenbedingungen sind aber vor allem für die Energiewende im Heizungskeller und auf der Straße wichtig. Denn Elektroautos werden langsam beliebt. Im Vergleich zum Frühjahr 2023 erhöhte sich der Anteil derjenigen, die bereits ein E-Fahrzeug gekauft haben von sechs auf zehn Prozent. Zudem planen 39 Prozent eine Anschaffung. „In einem Umfeld steigender Preise und hoher Zinsen sind das ermutigende Zahlen“, betont Schütz. „Es braucht jetzt entsprechende Anreize, um noch mehr Menschen zur tatsächlichen Umsetzung ihrer Pläne zu bewegen.“ Vor diesem Hintergrund ist das abrupte Ende der Förderung von Elektroautos bei gleichzeitigem Beibehalten der Subventionen für Diesel und Verbrennerdienstwagen sicherlich kein hilfreiches Signal.

Wärmewende bliebt Stiefkind

Stiefkind bleibt derzeit noch die Wärmeversorgung. Hier haben viele Hauseigentümer in diesem Jahr aufgrund der Unsicherheiten, die durch die Heizungsdebatten geschürt wurden, wieder auf Gas gesetzt – mit fatalen Folgen. Denn die Gaspreise und damit die Betriebskosten werden steigen. In eine Wärmepumpe hingegen haben nach eigenen Angaben bisher nur 15 Prozent der befragten Hauseigentümer investiert. Weitere 28 Prozent planen die Anschaffung einer Wärmepumpe. Mit 58 Prozent plant die Mehrheit der Hauseigentümer derzeit keine Wärmepumpe.

Geld sparen mit der solar betriebenen Wärmepumpe

Das zentrale Motive der Hauseigentümer für den Umstieg auf die Wärmepumpe ist, dass sie unter anderem mit der Nutzung von eigenem Sonnenstrom viel Geld sparen können. Zumindest für 61 Prozent derjenigen, die eine Wärmepumpe haben oder in diese investieren wollen, ist das die Hauptmotivation. Für 44 Prozent ist der Kampf gegen den Klimawandel ein Argument für die Wärmepumpe und nur 41 Prozent geben an, damit von der Förderung profitieren zu wollen.

Hohe Investitionskosten bleiben Hindernis

Eines der Haupthindernisse sind allerdings die Investitionskosten, die für 69 Prozent zu hoch sind. Technische und bauliche Hürden geben 45 Prozent als Hindernis für den Umstieg auf eine Wärmepumpe an und 38 fürchten zu hohe Betriebskosten angesichts der derzeit immer noch sehe hohen Strompreise vom Versorger. „Wichtig ist, beim Thema Heizung die langfristige Perspektive nicht aus den Augen zu verlieren“, weiß Kai Schütz. „Und die Realität ist hier: Der Weg zur Klimaneutralität wird fossile Energieträger schrittweise immer teurer machen.“

Energiekrise noch nicht zu Ende

Tatsächlich ist auch knapp zwei Jahre nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine für viele Menschen die Energiekrise gefühlt noch immer nicht vorüber – trotz der Tatsache, dass die Preise für Gas und Strom aktuell im Vergleich zum Jahr 2022 wieder gesunken sind. Waren zu Jahresbeginn noch 90 Prozent der Menschen angesichts hoher Energiepreise besorgt, sind es aktuell noch immer 81 Prozent. Derzeit rechnen insgesamt 65 Prozent der Befragten auch in der Zukunft mit hohen Energiepreisen. Nur sechs Prozent gehen von einer Entspannung aus.

Energiekosten sind Belastung

Die Energiepreise haben natürlich auch aufs Budget gedrückt – das jetzt bei vielen für die Investition in die eigene Energieversorgung und eine Wärmepumpe fehlt. So geben 51 Prozent der Befragten an, dass sich die persönliche finanzielle Situation aufgrund der Energiekrise verschlechtert hat. Nur 16 Prozent stehen nach eigenen Angaben finanziell besser da als vorher. „Die Zahlen zeigen, dass die höheren Energiekosten eine Belastung für die Haushalte darstellen“, warnt Kai Schütz. „Langfristig kommen wir daher aus der aktuellen Situation nur heraus, indem wir einerseits massiv in fossilfreie Energieerzeugung und Stromnetze investieren und andererseits den Menschen konkrete Lösungen anbieten, wie sie ihr eigenes Leben zunehmend energieautark und fossilfrei gestalten können“, rät er. (su)