Foto: Sonnen

Speichermarkt

„Flexibilität wird immer wertvoller“

Deutschland ist immer noch der führende Speichermarkt der Welt, Ob das so bleiben wird und wie sich die Preise entwickeln, erklärt Sascha Koppe, als Vertriebsleiter bei Sonnen für Deutschland und die Schweiz verantwortlich.

Herr Koppe, welche Märkte für Stromspeicher werden sich in diesem Jahr voraussichtlich gut entwickeln?

Sascha Koppe: Deutschland wird weiterhin der stärkste Markt für Stromspeicher bleiben. Daneben entwickelt sich in Europa auch Italien sehr stark. International wachsen insbesondere die USA und der australische Markt sehr dynamisch. In Südaustralien hat die dortige Regierung gerade ein weltweit einzigartiges Förderprogramm für Speicher über 100 Millionen australische Dollar eröffnet. Sonnen ist vorerst als einziger Speicherhersteller exklusiver Partner für das Förderprogramm. Dort entsteht auch gerade eine neue Produktionsstätte von Sonnen – die dritte weltweit.

Gibt es neue Märkte jenseits der bisherigen, die sie als Ziel für das kommende Jahr vorgesehen haben oder bei denen sie Aussichten auf Entwicklung sehen?

Wir beobachten generell neue Märkte und deren Entwicklung, damit wir zum richtigen Zeitpunkt möglichst schnell einsteigen können. Vielversprechende Tendenzen gibt es zum Beispiel aus Spanien oder Frankreich, wo wir seit diesem Jahr aktiv sind. Unser Fokus im kommenden Jahr bleibt vorerst jedoch die Weiterentwicklung der Märkte, in denen wir bereits aktiv sind, innerhalb der EU, Nordamerikas und in Australien.

Bisher sind es vor allem die Heimspeicher, die den Zubau bestimmen. Das Segment der Gewerbespeicher ist bisher noch klein. Wird dieser Markt in diesem Jahr weiter in Schwung kommen?

Für Kleinbetriebe oder Landwirte bieten wir mit der Sonnenbatterie pro 2.0 eine gewerbliche Lösung an. Der Fokus von Sonnen im Speichermarkt bleibt jedoch weiter im Heimspeichersegment.

Welche neuen Geschäftsmodelle für Speicher sehen Sie in den kommenden Monaten?

Der Verkauf von Speichern bleibt natürlich das wichtigste Geschäftsmodell. Parallel dazu werden aber Einnahmen aus digitalen Energiedienstleistungen immer wichtiger. Das Stichwort hier ist virtuelle Kraftwerke, mit denen sich zahlreiche Services für die Stromnetze anbieten lassen. Schließlich wächst der Bedarf an Speicherkapazität zum Ausgleich der schwankenden Produktion von Sonnen- und Windstrom. Flexibilität wird immer wertvoller.

In Österreich laufen derzeit einige Projekte mit Quartierspeichern. Wird sich dieser Ansatz der gemeinsamen Speichernutzung künftig weiter durchsetzen und als zweites Standbein neben dem Heimspeicher entwickeln?

Der direkte Vergleich ist schwer. Heimspeicher ermöglichen den Besitzern in erster Linie einen maximalen Eigenverbrauch des selbst erzeugten Solarstroms. Mit der digitalen Vernetzung der Speicher zu einem virtuellen Kraftwerk, können zudem Netzdienstleistungen wie Regelleistung oder Redispatch erbracht werden. Auch regionalen Verteilnetze können mit Heimspeichern entlastet werden. In einem Pilotprojekt mit einem Verteilnetzbetreiber speichert Sonnen überschüssigen Grünstrom in einem regionalen Netzwerk aus Sonnenbatterien. Dabei erhält jede dafür genutzte Kilowattstunde einen digitalen Fingerabdruck per Blockchain. Quartierspeicher sind als Geschäftsmodell mit einem höheren Aufwand verbunden und können im Gegensatz zu Heimspeichern nicht überall eingesetzt werden.

Die Wirtschaftlichkeit von Speichern ist derzeit noch eine Frage der Preisentwicklung für die Geräte. Da hat die Branche schon viel geschafft. Mit welcher Preisentwicklung rechnen Sie in diesem Jahr?

Wir erwarten nur geringfügige Veränderungen. Die großen Preisreduzierungen von bis zu 50 Prozent sind bereits in den vergangenen Jahren passiert. Zehn Prozent Preissenkung etwa sind in absoluten Zahlen also nicht mehr so erheblich wie früher. Das sind Beträge, die jeder Speicherbesitzer mit seinen Erträgen bequem übersteigen kann. Wer auf niedrigere Preise wartet, kann in dieser Zeit also mehr Geld verlieren, als er mit einer eigenen Stromversorgung verdienen kann. Gleichzeitig ist der Bedarf an Speichertechnologie, sowohl in der Automobilbranche als auch im Heimspeichersegment, enorm gestiegen. Unter anderem aufgrund steigender Rohstoffpreise sind größere Preissenkungen nicht zu erwarten.

Wie kann der Speicherbesitzer mit seinen Erträgen den Preis senken?

Deutliche Effekte werden heute insbesondere durch ergänzende Stromtarife wie die Sonnenflat erzielt. Die teilnehmenden Speicherbesitzer erhalten innerhalb des gewählten Tarifs den benötigten Reststrom, den sie über das Jahr nicht selbst produzieren, kostenlos von Sonnen. Dieses jährliche Ersparnis kann sich über die ersten zehn Jahre gerechnet auf bis zu einem Viertel des Anschaffungspreises des Speichers summieren. Mit der kürzeren Amortisationszeit erhöht sich die Wirtschaftlichkeit der Batterie deutlich.

Sie haben im vergangenen Jahr mit DEF einen alten Vertriebspartner zurückgewonnen. Wie wichtig sind Großhändler für sie als Teil der Vertriebs der Heimspeicher?

Für uns sind kompetente Partner einer der wichtigsten Bestandteile, um unseren Kunden den bestmöglichen Service bieten zu können. Auch jetzt im rasant wachsenden Speichermarkt ist eine enge Betreuung all unserer Partner für uns enorm wichtig. Mit DEF haben wir einen Partner gewinnen können, der nicht wie ein klassischer Großhandel fungiert, sondern als Kompetenz- und Servicezentrum für die Regionen Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg auftritt. Das ergänzt unsere bestehende Partnerstruktur.

In zwei Jahren laufen die ersten Photovoltaikanlagen aus der EEG-Förderung heraus. Wie wird das die Nachfrage nach Speichern beeinflussen und vor allem in welchen Segmenten? Schließlich sind die ersten Anlagen, die das betrifft, auch größere Generatoren.

Für den Speichermarkt wird das schrittweise Auslaufen der EEG-Förderung einen enormen Effekt haben. Die Photovoltaikanlagen sind zu dem Zeitpunkt bereits voll abgeschrieben und liefern weiterhin sauberen Solarstrom. Diesen Strom selbst zu nutzen wird für die Besitzer der Anlagen wesentlich ertragreicher sein, als ihn einzuspeisen. Schon heute kostet die Kilowattstunde Strom im Netzbezug fast dreimal so viel, wie umgekehrt der Erlös für den eingespeisten Strom einbringt.

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