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Speichermarkt

Innogy baut Batteriekraftwerk in Irland

Die Erneuerbaren-Tochter von RWE baut im Norden der Republik Irland einen Batteriespeicher mit einer Leistung von 60 Megawatt. Er soll Windstrom zwischenlagern und das Netz stützen.

Der Energieversorger Innogy wird in Irland einen großen Stromspeicher errichten. Damit soll verhindert werden, dass die bisher installierten Ökostromanlagen abgeregelt werden müssen, wenn sie mehr Strom produzieren als die Netze auf der grünen Insel verkraften. Schließlich lag nach Angaben des irischen Umwelt- und Klimaschutzministeriums schon im Jahr 2018 der Anteil des Ökostroms im irischen Netz bei etwa 30 Prozent. Der größte Teil wird aufgrund der guten Verhältnisse in Form von Windenergie bereitgestellt.

Doch angesichts immer häufiger auftretenden Starkwindereignissen soll der Speicher unter anderem verhindern, dass in diesen Zeiten zu viel Windkraft vom Netz gehen muss. Er liefert außerdem Netzdienstleistungen, um das Stromsystem im Norden des Landes zu stabilisieren. Denn er wird in Lisdrumdoagh im County Monaghan errichtet. Das liegt etwa 100 Kilometer nordwestlich von Dublin kurz vor der Grenze zu Nordirland.

Verbindungsstück zwischen Netz und Windkraft

Dann wird der Speicher Strom aufnehmen, wenn zu viel davon im Netz ist. Wenn die Strommenge im Netz sinkt, wird er in der Lage sein, die zwischengelagerte Energie mit einer Leistung von 60 Megawatt zurück in Netz zu speisen. „Mit diesem Batteriespeicher leisten wir einen wichtigen Beitrag zu einer erfolgreichen Energiewende in Irland“, betont Cathal Hennessy, Irland-Chef der Erneuerbaren-Sparte von Innogy. „Die Speichertechnik ist das elementare Verbindungsstück zwischen modernen Stromnetzen und der schwankenden Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien: Sie kann überschüssigen Strom speichern und bei Bedarf wieder abgeben.“

Zudem bieten Batteriespeicher-Projekte eine besonders effiziente Möglichkeit, das Netz zu stabilisieren und so eine zuverlässige Stromversorgung zu garantieren: In weniger als 150 Millisekunden können Großbatteriespeicher wie der, der in Lisdrumdoagh gebaut wird, auf Frequenzschwankungen reagieren und je nach Bedarf Strom aus dem Netz aufnehmen oder in das Netz abgeben. Batteriespeicher sind daher besonders gut geeignet, die mit erneuerbaren Energien einhergehende schwankende Netzeinspeisung auszugleichen.

Speicher kostet 25 Millionen Euro

Noch ist die Anlage nicht am Netz. Doch 2021 soll es so weit sein. Innogy hat schon die finale Entscheidung für die Investition in Höhe von 25 Millionen Euro getroffen. Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen. „Es macht mich stolz, dass wir eine bedeutende Investition im Bereich der Großbatteriespeicher tätigen, und zwar nicht irgendwo, sondern in Irland, einem Markt mit einem starken Engagement für erneuerbare Energien und Batteriespeicher. Das macht Irland zu einem idealen Ausgangspunkt für den weiteren Ausbau unserer Geschäfte mit Batteriespeichern“, sagt Sven Utermöhlen.

Er ist für die Betriebsführung des Portfolios an Erneuerbaren bei Innogy verantwortlich. Dieses beginnt in Form von Windkraftanlagen schon langsam Gestalt anzunehmen. Seit 2016 ist der Energiekonzern mit Erneuerbaren auf der grünen Insel unterwegs. Zwei Jahre später ging der Onshore-Windpark Dromadda Beg im County Kerry Südwesten des Landes ans Netz. Er hat eine Leistung von 10,2 Megawatt. Derzeit entwickelt die irische Niederlassung von Innogy zusammen mit dem Projektierer Saorgus Energy neben dem Batteriespeicher auch weitere Onshore-Windparks. Außerdem entsteht gerade ein Offshore-Windpark in der Irischen See vor der Küste der Hauptstadt Dublin. Wenn er fertig ist, wird er eine Leistung von bis zu einem Gigawatt liefern.

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