Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch

Drohnentechnologie in Bestform

Das von ENERTRAG Betrieb und Sulzer & Schmid Laboratories AG entwickelte 2-in-1-Verfahren zur Rotorblattinspektion inklusive Blitzschutzmessung setzt auf neueste Drohnentechnologie. Mussten früher mittels aufwändiger und risikobehafteter Seilzugangstechnik Windenergieanlagen erklommen werden, um Schäden an Rotorblättern oder Blitzschutz festzustellen, können wir diese heute aus der Ferne mittels smarter Symbiose aus Mensch und Technik.

Konrad Iffarth (Prokurist und strategischer Produktmanager bei ENERTRAG Betrieb), Matthes Schachtner (Leiter technische Dienste bei ENERTRAG Betrieb) und Tom Sulzer (CEO bei Sulzer & Schmid Laboratories AG) erklären die Technologie und ihre Vorteile.

Wie funktionieren Rotorblattinspektion und Blitzschutzmessung mittels Drohne?

Tom Sulzer: Um einen Flug mit unseren Drohnen durchzuführen, genügen in der Regel zwei Techniker vor Ort.  Die Techniker bereiten die Drohne vor – wobei sich das System selbstständig konfiguriert –, die Rotorblätter werden entsprechend ausgerichtet und schon kann der Flug mit einem Klick starten. Techniker und Pilot überwachen die Drohne nun bei der Arbeit. Jedes Blatt wird in insgesamt 4 Flugphasen inspiziert, die Ergebnisse werden in hochauflösenden Fotos dokumentiert. Nach rund 30 Minuten ist die Drohne wieder am Boden.

Konrad Iffarth: Während desselben Fluges findet auch die Blitzschutzmessung statt. Indem am Blitz- ableiter an der Blattwurzel jedes Rotorblattes eine potenzialfreie Spannung von 6.000 Volt angelegt wird, entsteht um den Blitzableiter ein elektrisches Feld. Dieses kann nun von einem an der Drohne angebrachten Feldstärkemessgerät detektiert werden. Werden dabei Unterbrechungen im Feld festgestellt bedeutet das, dass der Blitzschutz nicht vollständig funktioniert. Die Schadstelle kann dann sehr genau verortet werden, sodass Reparaturen zielgerichtet vorgenommen werden können.

Inwiefern werden die Abläufe von Inspektionen dank des drohnengestützten Verfahrens optimiert?

Matthes Schachtner: In der Vergangenheit wurden Rotorblattinspektionen und Maschinen- prüfungen wie Wiederkehrende Prüfungen oder DGUV V3-Prüfungen von unterschiedlichen Teams durchgeführt. Durch das neue Verfahren kann ein Team sämtliche Teilinspektionen durchführen.

Was bedeutet das für Ihre Kunden, welche Vorteile ergeben sich aus der neuen Technologie?

Matthes Schachtner: Durch die Verbindung der Arbeitsschritte Rotorblattinspektion und Blitzschutz- messung mit weiteren Maschinenprüfungen sparen wir enorm viel Zeit. Das bedeutet, dass Stillstandszeit sowie Ertragsausfall für den Betreiber minimiert wer- den. Unsere Einsparungen bei der Arbeitszeit geben wir an unsere Kunden weiter. So liegen unsere Konditionen rund 25 % unter dem aktuellen Marktpreis.

Welche Rolle spielt der Mensch in dem drohnengestützten Verfahren noch?

Matthes Schachtner: Unsere Techniker nehmen weiter eine essentielle Rolle in dem Verfahren ein. Zum einen sind die Fachkräfte weiterhin unabding- bar, da sie die Drohnenflüge leiten und beaufsichti- gen müssen. Und auch im Anschluss daran sind sie wichtiger Teil des Prozesses: Nachdem die Drohne den risikoreichsten Teil der Prüfung übernommen und die Rotorblätter abgeflogen hat, werden die gewonnen Daten auf der 3DXTM-Plattform von Sulzer Schmid erstausgewertet; unsere erfahrenen Techniker lassen schlussendlich ihre langjährige Erfahrung einfließen und werten die Bilder final aus. Das Ergebnis erhalten unsere Kunden im gewohnten Berichtsformat von ENERTRAG Betrieb.

Tags