Im österreichischen Burgenland hat die Oekostrom AG gemeinsam mit Green Planet Energy und den Stadtwerken Hartberg ein Hybridkraftwerk in Betrieb genommen. Die Anlage kombiniert einen bestehenden Windpark mit einer neu errichteten Agri-Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 17 Megawatt. Im Endausbau soll das System über 6.000 Haushalte mit erneuerbarem Strom versorgen.
Das Konzept basiert auf der zeitlichen Ergänzung von Wind- und Solarstrom. Während Windkraftanlagen typischerweise etwa 2.000 Volllaststunden pro Jahr erreichen, erhöht sich die Betriebsdauer des Gesamtsystems durch die Integration der Photovoltaik auf rund 4.000 Stunden jährlich. Die Photovoltaikanlage nutzt nachgeführte Module, die dem Tagesverlauf der Sonne von Ost nach West folgen. Dadurch entsteht ein gleichmäßigeres Stromprofil über den Tag, mittägliche Einspeisespitzen werden reduziert und die Produktion in die Morgen- und Abendstunden verschoben. Ein zentraler Aspekt des Projekts ist die Überbauung des vorhandenen Netzanschlusspunktes. Die Photovoltaikanlage wurde an die bestehende Infrastruktur des Windparks angebunden, wodurch zusätzliche Leitungen und Trafostationen entfallen. Diese Mehrfachnutzung senkt die Kosten und reduziert den Flächenverbrauch für die Netzanbindung.
„Die ersten Betriebsmonate haben gezeigt, dass sich die Anlagen hervorragend ergänzen. Auch die Herausforderung der optimalen Abstimmung der Anlagenregelung haben wir erfolgreich bewältigt, mittlerweile funktioniert das Zusammenspiel reibungslos“, sagt Christoph Grosssteiner, Geschäftsführer der Oekostrom Produktions GmbH.
Landwirtschaftliche Nutzung bleibt erhalten
Die Photovoltaikanlage ist als Agri-PV-System ausgelegt, sodass die Fläche weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden kann. Zwischen und unter den Modulen ist Raum für Bewirtschaftung vorgesehen. Zudem soll das Projekt die Biodiversität am Standort fördern, wobei die Pressemitteilung keine Details zu konkreten Maßnahmen nennt.
Kurz vor der offiziellen Inbetriebnahme erhielt das Projekt die Genehmigung für einen eigenständigen Batteriespeicher. Dieser soll künftig die Flexibilität des Systems weiter erhöhen, indem er Überschüsse speichert und bei Bedarf wieder abgibt. Details zur Kapazität oder zum Zeitplan der Installation wurden nicht mitgeteilt. (NW)