Über das Pfingstwochenende drohen erneut stark negative Börsenpreise für Strom – bedingt durch hohe Wind- und Solareinspeisung bei gleichzeitig niedriger industrieller Nachfrage. Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (BNE) sieht die Ursache nicht im Überangebot selbst, sondern in ausgebremsten Flexibilitätslösungen. Für Netzbetreiber, Stadtwerke und Projektierer skizziert er sieben konkrete regulatorische Hebel. Der BNE beziffert den Rückstau bei Großspeicherprojekten auf über 100 Gigawatt installierter Leistung mit mehr als 200 Gigawattstunden (GWh) Speicherkapazität – nach Verbandsangaben allesamt wartend auf Netzanschluss. Der Verband fordert, das geplante Netzanschlusspaket der Bundesregierung explizit auf Genehmigungsbeschleunigung für Speicher auszurichten.
Parallel sieht der BNE Handlungsbedarf bei privaten Heimspeichern. Mehr als 20 GWh installierter Batteriekapazität in Haushalten seien bislang nicht systematisch in Markt- und Netzprozesse eingebunden. Fehlanreize im Regulierungsrahmen verhinderten eine sinnvolle Nutzung dieser Flexibilität. (NW)