Spanien verlängert die Laufzeit des Atomkraftwerks, das Ende nächsten Jahres den Start in den vorgesehenen Atomausstieg signalisieren sollte. Die Entscheidung gab das Energieministerium Mitte August bekannt. Das Abschalten werde sich auf 2030 verschieben. Geplant war das Abschalten der zwei Blöcke Almaraz 1 im November 2027 und Almaraz 2 im Oktober 2028. Die übrigen fünf Nuklearreaktoren sollten gemäß zuletzt geltendem Fahrplan bis 2035 vom Netz gehen.
Spanien wolle die Menschen vor Energiepreisschocks schützen, die durch die Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine angeheizt würden, hieß es aus Madrid. Dennoch soll es beim Atomausstieg 2035 bleiben. Die Minister-Anordnung begründete, der Staat müsse „die Belastung des Stromnetzes und der Verbraucher durch zuvor unvorhergesehene Preisspitzen, die von den internationalen Erdgasmärkten ausgehen, abmildern“.
Jedoch ging 2025 auch ein Kollaps des Stromnetzes voraus, das in dem zu 70 Prozent schon Grünstrom-versorgten Land bei gerade 80 Prozent Grünstromeinspeisung eintrat. Es fehlte an Fähigkeiten zur dynamischen Spannungsregelung. Schwingungen elektrischer Einspeisekurven erhöhten sich, regulierende Speicher fehlten. Spaniens Stromspeicher-Pipeline wächst nun stark, von einer Speicheroffensive ist die Rede. (tw)