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Warnung vor Politik als Kostentreiber

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) warnt vor deutlich steigenden Kosten für neue Freiflächen-Solaranlagen. Geplante Regelungen in Netzpaket und EEG könnten den Ausbau bremsen.

Nach Berechnungen des Verbands würden sich die Stromgestehungskosten neuer Projekte ohne Nachbesserungen um mehr als einen Cent je Kilowattstunde erhöhen. Als zentrale Belastungen nennt der BSW-Solar Abregelungen bei Netzengpässen ohne ausreichende Entschädigung, eine Begrenzung der Einspeiseleistung, mögliche Netzentgelte für eingespeisten Solarstrom sowie zusätzliche kommunale Abgaben. Auch die geplante Ausgestaltung von Differenzverträgen könnte Investitionen verteuern. Besonders kritisch sieht der Verband den sogenannten Redispatchvorbehalt. Wenn Solarparks bei Netzengpässen entschädigungslos abgeregelt werden, seien Einnahmen und Finanzierung in betroffenen Regionen nicht mehr verlässlich kalkulierbar. Dadurch drohten in weiten Teilen Deutschlands faktische „solare Sperrzonen“. Statt neue Anlagen wirtschaftlich auszubremsen, müssten Netze schneller ausgebaut, Speicher errichtet und bestehende Netzkapazitäten intelligent genutzt werden, fordert BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig.

Der gesetzliche Höchstwert für Solarparkausschreibungen liegt derzeit bei 5,9 Cent je Kilowattstunde. Nach Einschätzung des Verbandes wäre dieser Wert für viele Projekte nicht mehr finanzierbar, falls die geplanten Belastungen kommen. Um die Ausbauziele dennoch zu erreichen, müsste er auf etwa 7,5 Cent steigen.

Schon heute verschlechtern höhere Netzanschlusskosten, Länderabgaben und sinkende Erlöse in Zeiten negativer Strompreise die Wirtschaftlichkeit. Besonders betroffen wären standortgebundene Anlagen wie Agri-PV, Moor-PV, schwimmende Solarparks und Parkplatzüberdachungen. Für diese Projekte fordert der Verband weiterhin eigene Ausschreibungssegmente statt eines pauschalen Bonus. (Su)