Foto: ENERCON

Drei-Megawatt-Klasse

Neue Enercon-Turbinen mit ungewöhnlichem Design

Neue Turbinen haben nicht das typische eiförmige Design, sondern erinnern an Anlagentyp E-40, bei dem sich die Ringgeneratorform gut erkennen ließ.

Inhaltsverzeichnis

Nicole Weinhold

Der Kostendruck auf die Turbinenschmieden nimmt unter anderem durch Ausschreibungen weltweit zu. Deutschlands Marktführer Enercon gilt als Mercedes unter den Turbinenschmieden. Nun muss auch er die Effizienz seiner Turbinen erhöhen. Bei den neuen Anlagentypen wird das eiförmige Design, das seit der E-66 ein Markenzeichen der Auricher war, ersetzt durch eine effizientere Hülle um den Ringgenerator. Das Design dürfte Nostalgie-Fans an die E-40 mit 600 Kilowatt aus den 90ern erinnern.

Basis Drei-MW-Plattform EP3

Auf Basis der Drei-Megawatt-Plattform (EP3) entstehen die Windenergieanlagen E-126 EP3 und E-138 EP3 für mittlere Standorte beziehungsweise Schwachwindstandorte.

Nach Angaben von Enercon stehen neben deutlichen Leistungs- und Effizienzsteigerungen bei den Neuentwicklungen optimierte Prozesse für Produktion, Transport, Logistik und Aufbau im Vordergrund. Der Hersteller aus Aurich hat beide Anlagentypen erstmals auf der Messe Brasil Wind Power in Rio de Janeiro Ende August vorgestellt. Mit den neuen Maschinen reagiert Enercon auf sich ändernde Anforderungen an die Anlagentechnologie im Drei-Megawatt(MW)-Segment. „Wir erhöhen die Gesamtperformance signifikant“, sagt Arno Hildebrand, Leiter System Engineering in Enercons Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft WRD. Erreicht wird die Effi zienzsteigerung vor allem durch eine Vergrößerung der vom Rotor überstrichenen Fläche sowie Erhöhung der Nennleistung. Die E-126 EP3 wird über einen Rotordurchmesser von 127 Metern und eine Nennleistung von 3,5 MW verfügen. Ausgelegt sein wird die Turbine für Standorte mit mittleren Windbedingungen der Klasse IIA (IEC). Die E-138 EP3 erhält einen Rotordurchmesser von 138 Metern, ebenfalls 3,5 MW Nennleistung und wird für Schwachwindstandorte der Klasse IIIA (IEC) ausgelegt sein.

„An Standorten mit mittlerer Windgeschwindigkeit von acht Meter pro Sekunde in Nabenhöhe wird die neue E-126 EP3 somit über 13 Prozent mehr Ertrag bringen als unsere aktuelle E-115“, sagt Hildebrand. Prognostiziert sind für einen typischen Windklasse-IIA-Standort (8,0 m/s) bei einer Nabenhöhe von 135 Meter Jahresenergieerträge von mehr als 14,5 Millionen Kilowattstunden (kWh). Für die E-138 EP3 – ein komplett neuer Anlagentyp in Enercon EP3-Portfolio, in dem es bislang noch keine Schwachwindanlage gibt – gehen die Entwickler an einem typischen Schwachwindstandort mit sieben m/s durchschnittlicher Windgeschwindigkeit in 131 Meter Nabenhöhe von Jahresenergieerträgen von mehr als 13,2 Millionen kWh aus.

Konsequent auf Effizienz getrimmt

Darüber hinaus werden laut Enercon beide Anlagentypen konsequent auf Effizienz getrimmt. Sämtliche Abläufe – von der Produktion über Transport und Logistik bis Aufbau und Inbetriebnahme – werden optimiert. Verfügbar sind die E-126 EP3 und die E-138 EP3 mit verschiedenen Hybrid- und Stahlrohrtürmen mit Nabenhöhen von 81 bis 160 Meter Ende 2018 und die E-138 Ende 2019. Bereits im dritten Quartal 2018 ist die Installation des E-126 EP3 Prototyps vorgesehen. Im vierten Quartal 2018 plant Enercon die Errichtung des E-138 EP3 Prototyps, gefolgt von einigen Vorserien-Maschinen in 2019.

ACHTUNG! Am 13. September, 13:30 h, haben wir, das Magazin ERNEUERBARE ENERGIEN, mit Enercon-Chef Hans-Dieter Kettwig auf der Husum Wind eine Mittagstalk im Messeeingangsbereich. Dort erfahren Sie mehr über die Herausforderungen, vor denen die Industrie steht.

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