Foto: David Ng Photography

Speicher

Projektpipeline wächst auf 32,9 Gigawatt

In den USA ist der Bau von Großspeichern mit einer Gesamtleistung von 32,9 Gigawatt geplant. Bis 2023 wird der Markt auf fast vier Gigawatt pro Jahr rasant wachsen.

Die amerikanischen Entwickler von Speicherprojekten haben eine Projektpipeline von 32,9 Gigawatt aufgebaut. Das ist das Ergebnis des aktuellen Speichermonitorings der Marktforscher von Wood Mackenzie Power & Renewable – einst GTM Research. Damit sind inzwischen doppelt so viele Speicherprojekte geplant wie am Ende des vergangenen Jahres. „Auch wenn nicht alle diese Projekte realisiert werden, ist es doch ein klares Zeichen, dass sich die Entwickler auf Energiespeicher konzentrieren”, betonen die Analysten.

Sie erwarten für dieses Jahr einen Zubau von Speichern mit einer Gesamtleistung von 338 Megawatt. Für das kommende Jahr gehen sie von einem Neubau von Speichern mit einer Gesamtleistung von 656 Megawatt aus. Im Jahr 2020 wird der Markt richtig Fahrt aufnehmen und sich mit einem Zubau von 1,7 Gigawatt mehr als verdoppeln. Die Analysten prognostizieren einen danach stetig wachsenden Markt, der 2023 mit einem Zubau von 3,856 Gigawatt ein Volumen von 4,5 Milliarden US-Dollar erreicht. In diesem Jahr setzen die Speicheranbieter und Projektentwickler in den USA wahrscheinlich 474 Millionen Dollar um.

Großspeicher werden zum Markttreiber

Dabei wird sich der Markt in allen drei Segmenten gut entwickeln. Allerdings wird der Zubau von Großspeichern – den sogenannten Front-of-the-Meter-Speicher (FOM) – schneller Wachsen. In diesem Jahr liegt der Marktanteil dieser FOM-Speicher bei etwa 40 Prozent. Bis 2023 werden etwa 60 Prozent der dann neu gebauten Speicherleistung zur Stützung der Netze eingesetzt und nur noch etwa 40 Prozent der neuen Systeme werden Heim- und Gewerbespeicher – sogenannte Behind-the-Meter-Speicher (BTM) – sein.

Trotzdem erwartet die Speicheranbieter auch im BTM-Segment ein üppiges Wachstum. Das liegt vor allem an den verschiedenen Unterstützungsprogrammen der einzelnen Bundesstaaten. Der größte Markt in allen Segmenten ist Kalifornien. Hier wird sich die jüngst eingeführte Solarpflicht für Neubauten auch positiv auf den Markt für Heim- und Gewerbespeicher auswirken. Außerdem sind hier Vorschläge für ein Netmetering für Betreiber von Solaranlagen mit Speichern im Umlauf. Ob diese Realität werden, wird sich noch zeigen. Aber es gibt schon eine Unterstützung für Eigenverbraucher, die bis 2025 verlängert wurde. Im Bereich der Großspeicher sind sind bereits Projekte der beiden Energieversorger Southern California Edison (SCE) sowie Pacific Gas and Electric (PG&E) im Umfang von 175 Megawatt genehmigt.

Unterstützungsprogramme entstehen

Im Bereich der Großspeicher wird auch der Bundesstaat New York ganz vorn mitspielen. Die Analysten verweisen dabei auf einen Roadmap der Regierung in Albany. Außerdem hat Gouverneur Andrew Cuomo ein Förderprogramm für Speicher im Umfang von 40 Millionen US-Dollar angekündigt. Satte 180 Millionen will New Jersey in die Unterstützung des Speichermarktes investieren. Die Förderung wird Teil eines Entwicklungsprogramms für erneuerbare Energien im Umfang von vier Milliarden Dollar sein. North und South Carolina werden sogar 500 Millionen Dollar in den kommenden Jahren in die Entwicklung des Speichermarktes stecken. Mit dem Geld sollen Energiespeicher mit einer Gesamtleistung von 300 Megawatt entstehen. Weitere vielversprechende Märkte sind Hawaii, Missouri, Mississippi, Nebraska und Oklahoma.

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